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Musik & Film26. Juli 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Bayreuth feiert 150 Jahre

Die Bayreuther Festspiele sind zum 150. Mal eröffnet worden. Zum Jubiläum kamen in Bayreuth zahlreiche prominente Gäste aus der Politik, während der Auftakt ungewöhnlich mit Beethovens 9. Symphonie statt mit Wagner begann.

Bayreuth feiert 150 Jahre

Großer Jubiläumsabend auf dem Grünen Hügel: Die Bayreuther Festspiele sind in diesem Jahr zum 150. Mal eröffnet worden. Zum Auftakt setzte das Festival ein bewusst ungewöhnliches Zeichen. Statt einer Oper von Richard Wagner stand diesmal Beethovens 9. Symphonie auf dem Programm, dirigiert von Christian Thielemann. Damit griff Bayreuth auf ein Werk zurück, das schon bei der Grundsteinlegung des Festspielhauses im Jahr 1872 eine besondere Rolle spielte.

Politik auf dem roten Teppich

Wie jedes Jahr lockte die Eröffnung zahlreiche prominente Gäste nach Bayreuth, vor allem aus der Bundes- und Landespolitik. Auf dem roten Teppich wurden unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Kulturstaatsminister Wolfram Weimar und Forschungsministerin Dorothee Bär gesehen. Besonders viel Applaus gab es laut Bericht für Altkanzlerin Angela Merkel und Entertainer Florian Silbereisen.

  • 150. Jubiläum der Festspiele
  • Auftakt ausnahmsweise mit Beethoven statt Wagner
  • Prominente Gäste vor allem aus der Politik

Erinnerung an die dunkle Geschichte

Inhaltlich stand bei der Eröffnung nicht nur das Feiern im Mittelpunkt. Festspielchefin Katharina Wagner begrüßte die Ehrengäste gemeinsam mit dem jüdischen Publizisten Michel Friedman. Das galt als deutliches Signal, weil am folgenden Tag an jüdische Künstlerinnen und Künstler erinnert werden soll, deren Wirken in Bayreuth durch das NS-Regime beendet wurde. Die Gedenkveranstaltung war zunächst wegen Sicherheitsbedenken abgesagt worden, soll nach Protesten und einer Entschuldigung der Festspielleitung nun aber doch stattfinden.

Beim Festakt sprach Katharina Wagner zudem über Verantwortung und Abgrenzung gegen Rassismus, Chauvinismus und das Verharmlosen der Geschichte. Auch Merz griff die belastete Vergangenheit der Festspiele auf und erinnerte an Wagners Antisemitismus. Seine Botschaft: Verdrängen helfe nicht weiter, entscheidend sei die kritische Auseinandersetzung mit Werk und Geschichte. Genau diese Debatte prägte den Start in das Jubiläumsjahr in Bayreuth spürbar mit.

Foto: Wikimedia Commons / Tafkas, 2009, CC BY-SA 3.0