Babyfrage im Frauenfußball
Im Frauenfußball wächst der Druck zwischen Karriere und Kinderwunsch. In Spanien will der Verband laut Berichten auf Initiative von Alexia Putellas das Einfrieren von Eizellen bezahlen.

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Top-Leistung auf dem Platz, Familienplanung daneben: Im Frauenfußball fällt die wichtigste Karrierephase oft genau in die Jahre, in denen viele Spielerinnen biologisch am fruchtbarsten sind. Das macht die Frage nach Mutterschaft besonders heikel. Die frühere Profi-Spielerin Larraitz Lucas beschreibt den Druck so: Wer nur rund zehn Jahre auf höchstem Niveau spielen kann, erlebt eine Schwangerschaft schnell als kaum vereinbar mit dem Beruf.
Erst mit der zunehmenden Professionalisierung des Frauenfußballs verändert sich etwas. Verbindliche Mutterschutzregeln gibt es im Fußball überhaupt erst seit 2021, 2024 wurden sie weiter ausgebaut. Gleichzeitig gewinnt eine andere Option an Bedeutung: das Einfrieren von Eizellen für Spielerinnen, die eine Schwangerschaft auf später verschieben wollen.
Vereine und Verbände reagieren
Den Anfang machte 2021 der US-Klub Racing Louisville, der die Behandlungskosten übernahm. In England kündigte Chelsea nun an, seinen Spielerinnen die Finanzierung einer Eizellenkonservierung auf Wunsch anzubieten. Besonders genau wird aber nach Spanien geschaut: Dort soll der Verband RFEF laut Medienberichten ein ähnliches Programm planen – angestoßen von Alexia Putellas und weiteren Nationalspielerinnen.
- 2021: Racing Louisville übernimmt als erster Klub die Kosten
- 2024: Mutterschutzregeln im Fußball werden erweitert
- Aktuell: Chelsea kündigt Finanzierung für Spielerinnen an
Keine einfache Lösung
Für Lucas wäre diese Möglichkeit während ihrer aktiven Zeit dennoch schwer umsetzbar gewesen. Sie berichtet, dass die Behandlung rund drei Wochen dauere und sportlich belastend sei. In dieser Zeit werden täglich Hormone gespritzt, danach folgt die Entnahme der Eizellen unter Sedierung. Später können sie aufgetaut und zur Erzeugung von Embryonen befruchtet werden.
Doch die Methode ist keine Garantie. Die auf Sportlerinnen spezialisierte Gynäkologin Lamia Zafrani betont laut DW, dass eingefrorene Eizellen keine sichere Zusage auf eine spätere Schwangerschaft sind. Für viele Spielerinnen könnte das Verfahren trotzdem ein wichtiges zusätzliches Werkzeug sein – gerade in einem Sport, in dem Karriereplanung und Kinderwunsch oft hart aufeinanderprallen.
Quelle: DW Deutsch