Armee stoppt Gaza-Siedler-Marsch
Israels Armee hat das Gebiet rund um den Gazastreifen zur militärischen Sperrzone erklärt. Damit soll ein geplanter Marsch rechter Politiker und Anhänger verhindert werden, die neue israelische Siedlungen in Gaza fordern.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben das Gebiet rund um den Gazastreifen am Sonntag zur militärischen Sperrzone erklärt. Hintergrund ist ein geplanter Marsch rechter und rechtsextremer Gruppen, an dem laut israelischen Medien auch mehrere Ministerinnen und Minister sowie Abgeordnete teilnehmen wollten. Das erklärte Ziel der Aktion: neue israelische Siedlungen im Gazastreifen.
Nach Informationen der Times of Israel sollten acht Minister an dem Marsch teilnehmen, darunter Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotritsch. Smotritsch hatte bereits im März erklärt, die Vorbereitungen für drei Siedlungen in Gaza seien abgeschlossen. Seine Forderung an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz, diese Pläne umzusetzen, blieb dem Bericht zufolge jedoch ohne Erfolg.
Konflikt um Kurs im Gazastreifen
Der Vorstoß für neue Siedlungen steht im klaren Widerspruch zu dem Friedensplan von US-Präsident Donald Trump. Dieser sieht einen schrittweisen Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor. Nach unterschiedlichen israelischen Angaben kontrolliert das Militär derzeit 65 bis 70 Prozent des dicht besiedelten Küstengebiets, in dem rund zwei Millionen Menschen leben.
- Militär erklärt Gebiet um Gaza zur Sperrzone
- Geplanter Marsch mit rechten Politikern und Unterstützern
- Debatte über drei mögliche neue Siedlungen
Brandanschlag im Westjordanland
Parallel dazu wurde aus dem Westjordanland ein weiterer schwerer Vorfall gemeldet. In der Ortschaft At-Tuwani setzten israelische Siedler nach Angaben eines AFP-Reporters eine Moschee in Brand. Der Eingangsbereich war demnach deutlich von Rußspuren gezeichnet, an den Außenwänden waren hebräische Schriftzüge und ein Davidstern zu sehen.
Der Dorfvorsteher Mohammed Rabie erklärte, eine Gruppe von rund 20 Siedlern habe das Feuer gelegt. Einige von ihnen seien maskiert gewesen. Demnach wurden auch an zwei Häusern und an einer Molkerei Brände gelegt. Die israelische Polizei teilte mit, sie habe Einsatzkräfte entsandt und Ermittlungen zu den Umständen des Vorfalls aufgenommen. Auch Armee, Polizei und Feuerwehr hätten den Ort inspiziert.