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Musik & Film19. Juli 2026, 13:01 Uhr · von Redaktion

„Anstalt“ geht aufs ZDF los

In der 100. Ausgabe von „Die Anstalt“ hat das Team die Ausladung von Danger Dan scharf kritisiert. Die Moderatoren nannten die Entscheidung des ZDF mutlos und forderten eine offene Debatte über den umstrittenen Song.

„Anstalt“ geht aufs ZDF los

Der Streit um den geplanten Auftritt von Danger Dan in der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ ist jetzt auch on air deutlich nachhallt. In der vorab gestreamten Jubiläumsfolge zur 100. Ausgabe machten die Macher der Sendung klar, dass sie die Entscheidung des Senders weiterhin für falsch halten. Im Studio gab es dafür mehrfach Applaus.

Besonders deutlich wurde Moderator Claus von Wagner. Zwar könne man über den Song „Keine Angst“ unterschiedlicher Meinung sein, sagte er sinngemäß. Die Absage des Auftritts wirke aus Sicht des Teams aber mutlos – gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Gewalt in Deutschland wieder einen Höchststand erreicht habe. Die Sendung griff mehrere Passagen des Liedes auf, las sie vor und ordnete sie ein.

Debatte um Textzeilen

Im Zentrum stand auch die Frage, wie einzelne Stellen des Songs rechtlich und politisch zu bewerten sind. Moderator Max Uthoff verwies darauf, dass die Veröffentlichung von Namen Rechtsextremer strafbar sein könne. Vor allem die letzten Zeilen des Liedes hätten intern zu viel Diskussion geführt. Dort fallen vier Vornamen, die mit den Vornamen bekannter, teils rechtskräftig verurteilter Linksextremisten übereinstimmen.

  • Das Team betonte, Gewalt nicht zu billigen.
  • Gleichzeitig stellte es die Frage, was passiere, wenn Menschen nicht ausreichend vor Nazis geschützt würden.
  • Moderatorin Maike Kühl sagte, man hätte Danger Dan gern auftreten und anschließend mit ihm diskutieren lassen.

Leeres Mikrofon als Signal

Die Sendung setzte auch ein sichtbares Zeichen: Nach einem Sketch war ein schwarzer Flügel zu sehen, angestrahlt, aber unbesetzt. Davor stand ein einzelnes Mikrofon. Genau dort sollte Danger Dan ursprünglich gemeinsam mit Pianist Igor Levit auftreten. Das ZDF hatte den Auftritt jedoch abgesagt und erklärt, der Text könne als „Anleitung zum politischen Extremismus“ gelesen werden. Nach Sender-Sicht propagiere er Selbstjustiz und schließe rechtswidrige Taten sowie Gewalt nicht aus.

Auch das ZDF selbst griff die Kontroverse am Samstagabend in „Aspekte“ auf. Dort kamen Juristen, Journalisten, Kabarettisten und Publizisten mit unterschiedlichen Einschätzungen zu Wort. ZDF-Showchef Oliver Heidemann sagte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und bedaure vor allem, dass sie so spät gefallen sei. Bei den „Anstalt“-Machern blieb der Ärger dennoch deutlich spürbar.

Foto: bbv_net