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Politik20. September 2026, 19:04 Uhr · von Redaktion

AfD und Linke setzen sich durch

Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin liegen laut Hochrechnungen die AfD und die Linke vorn. Für die CDU ist der Abend besonders bitter, in Mecklenburg-Vorpommern droht sogar das Aus am Fünfprozenthürde.

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben die politische Lage in Deutschland kräftig durcheinandergewirbelt. Nach den ersten Hochrechnungen liegt im Nordosten die AfD vorne, in der Hauptstadt setzt sich die Linke an die Spitze. Besonders hart trifft der Wahlabend die CDU, die in beiden Ländern deutliche Rückschläge hinnehmen muss.

Schwerer Abend für die CDU

In Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD mit ihrem Ministerpräsidenten-Kandidaten Leif-Erik Holm und Spitzenkandidaten Enrico Schult auf 37,1 bis 37,8 Prozent. Damit legt sie im Vergleich zu 2021 massiv zu. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig landet nach einer Aufholjagd bei 35,6 bis 36,3 Prozent und verpasst Platz eins damit knapp. Für die CDU wird es besonders eng: Sie muss um den Einzug in den Landtag bangen. Sollte sie an der Fünfprozenthürde scheitern, wäre sie erstmals in keinem deutschen Regionalparlament mehr vertreten.

  • AfD in Mecklenburg-Vorpommern: 37,1 bis 37,8 Prozent
  • SPD in Mecklenburg-Vorpommern: 35,6 bis 36,3 Prozent
  • Linke in Mecklenburg-Vorpommern: 6,2 bis 7,4 Prozent

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sprach nach den ersten Zahlen von einem „Desaster“ in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig kündigte er an, am Reformkurs festzuhalten und dafür Verantwortung zu übernehmen. Der Druck auf Merz war bereits nach dem schlechten CDU-Abschneiden in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen gestiegen.

Linke jubelt in Berlin

In Berlin deuten die Hochrechnungen auf einen klaren Erfolg der Linken unter Spitzenkandidatin Elif Eralp hin. Sie erreicht 24,8 bis 25,8 Prozent und liegt damit vor der regierenden CDU von Stefan Evers, die bei 20,0 Prozent landet. Für die Linke wäre das nicht nur ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2021, sondern auch ihr bestes Ergebnis in der Hauptstadt.

Neben Linken und CDU ziehen laut Hochrechnungen auch AfD, Grüne und SPD ins Abgeordnetenhaus ein. Die AfD liegt in Berlin bei 13,8 bis 15,7 Prozent, die Grünen bei 15,0 bis 15,4 Prozent, die SPD bei 12,0 Prozent. Das BSW könnte mit 5,0 Prozent gerade noch den Sprung ins Parlament schaffen. Damit wird der Wahlabend auch über die beiden Länder hinaus zum wichtigen Stimmungstest für die Bundesregierung.

Quelle: ORF