JETZT LIVE
Politik4. Juli 2026 · von Redaktion

AfD-Spitze bleibt im Amt

Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben an der Spitze der AfD. Beim Parteitag in Erfurt legte Weidel leicht zu, während Chrupalla im Vergleich zur letzten Wahl Stimmen verlor.

AfD-Spitze bleibt im Amt

Die AfD hat auf ihrem Bundesparteitag in Erfurt ihre bisherige Führung bestätigt: Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben Parteivorsitzende. Während Weidel ihr Ergebnis im Vergleich zum Parteitag vor zwei Jahren leicht verbessern konnte, musste Chrupalla spürbare Einbußen hinnehmen. Gegenkandidaten traten erneut nicht an.

Chrupalla erhielt 70,05 Prozent der Stimmen der Delegierten, Weidel kam auf 81,3 Prozent. Vor der Wahl hatte sich der Parteitag mit klarer Mehrheit dafür ausgesprochen, weiter an einer Doppelspitze festzuhalten. Beide Vorsitzenden schlugen sich bei der Abstimmung gegenseitig vor.

Jubel für harte Töne, Machtanspruch bekräftigt

In ihrer Rede griff Weidel Bundeskanzler Friedrich Merz scharf an und stellte vor den Delegierten vor allem das Thema Abschiebungen in den Mittelpunkt. Für ihre Ankündigung eines harten Kurses bekam sie im Saal deutlichen Applaus. Weidel hat sich in den vergangenen Jahren zur bekanntesten Führungsfigur der Partei entwickelt und war im Bundestagswahlkampf 2025 Kanzlerkandidatin der AfD.

Chrupalla betonte in seiner Bewerbungsrede den Anspruch der Partei auf Regierungsverantwortung. Die AfD sei inzwischen zu einer Volkspartei gewachsen, sagte er, und kündigte an, dass man zunächst in einem Land und später auch im Bund regieren wolle. Der 51-jährige Malermeister steht seit 2019 an der Spitze der Partei, die 47-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin Weidel seit 2022.

Der Parteitag dauert noch bis morgen an. Neben den Vorsitzenden werden auch weitere Vorstandsämter neu besetzt. Dabei kommt es auf mehreren Posten zu Kampfkandidaturen. Zu den neuen stellvertretenden Vorsitzenden gehört Sven Tritschler aus Nordrhein-Westfalen, der mit 50,7 Prozent nur knapp die nötige Mehrheit erreichte. Auch Stefan Möller wurde zum Vize-Chef gewählt. Der Thüringer Jurist gilt als enger Vertrauter von Björn Höcke und sagte, er habe den „Thüringer Weg“ mitentwickelt, sei aber nicht ferngesteuert.