JETZT LIVE
Politik5. Juli 2026, 07:00 Uhr · von Redaktion

AfD-Spitze bleibt im Amt

Beim AfD-Parteitag in Erfurt sind Alice Weidel und Tino Chrupalla als Vorsitzende bestätigt worden. Draußen protestierten laut Polizei rund 31.000 Menschen gegen das Treffen.

AfD-Spitze bleibt im Amt

Die AfD ist mit klaren Machtansprüchen in ihren Parteitag in Erfurt gestartet. Alice Weidel und Tino Chrupalla wurden am Samstag als Parteivorsitzende bestätigt und führen die Partei damit weiter gemeinsam. Die Abstimmung fiel deutlich aus: Weidel erhielt 81 Prozent, Chrupalla 70 Prozent der Stimmen. Gegenkandidaturen gab es nicht.

Rückenwind aus den Umfragen

Der zweitägige Parteitag findet vor wichtigen Wahlen im Herbst statt. Dann werden in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern neue Landtage gewählt, außerdem in Berlin das Abgeordnetenhaus. Nach aktuellen Umfragen liegt die AfD in den beiden ostdeutschen Ländern vorn, in Berlin auf Rang drei hinter Linken und Grünen, aber noch vor der regierenden Union.

Entsprechend selbstbewusst traten die Parteichefs auf. Chrupalla sprach von der Möglichkeit, dass die AfD bald auch allein regieren könne. Weidel stellte ihre Partei als neue politische Kraft mit Führungsanspruch dar und betonte, die AfD sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Zugleich griff sie CDU und SPD scharf an. Berichte über Spannungen in der Parteiführung wies Chrupalla vor der Wahl zurück und stellte die AfD als geschlossen dar.

Proteste und scharfe Töne

Auch Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke nutzte den Parteitag für markante Aussagen. Er erklärte die Strategie der politischen Abgrenzung gegen seine Partei für gescheitert und sprach von einer stärkeren nationalen Ausrichtung. Zudem kündigte er der sogenannten Zivilgesellschaft an, Fördergelder infrage zu stellen.

  • Parteitag: zweitägiges Treffen in Erfurt
  • Wiederwahl: Weidel mit 81, Chrupalla mit 70 Prozent
  • Proteste: laut Polizei rund 31.000 Menschen bei Demos, Kundgebungen und Sitzblockaden

Begleitet wurde das Treffen von massiven Gegenprotesten. Nach Polizeiangaben kamen in Erfurt rund 31.000 Menschen zu Demonstrationszügen, Kundgebungen und Sitzblockaden zusammen. Damit stand der Parteitag nicht nur im Zeichen der internen Bestätigung der Spitze, sondern auch unter starkem öffentlichen Druck von außen.

Foto: Wikimedia Commons / Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0