AfD feiert Machtanspruch in Erfurt
Beim Bundesparteitag in Erfurt hat die AfD ihren Führungsanspruch betont. Trotz massiver Proteste wurden Alice Weidel und Tino Chrupalla als Parteichefs im Amt bestätigt.

Die AfD hat bei ihrem Bundesparteitag in Erfurt selbstbewusst den Anspruch formuliert, künftig noch stärker politische Verantwortung zu übernehmen. Vor den Delegierten erklärte Parteichefin Alice Weidel, ihre Partei verstehe sich als neue Volkspartei in Deutschland. Zugleich griff sie die politische Konkurrenz an und warf den anderen Parteien vor, die AfD gezielt auszugrenzen.
Auch Co-Chef Tino Chrupalla setzte auf Kampfansagen. Mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen zeigte er sich siegessicher und stellte sogar in den Raum, dass die AfD bald allein regieren könnte. Im September werden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Landesparlamente gewählt. Nach aktuellen Umfragen liegt die Partei vor allem im Osten aussichtsreich im Rennen, bundesweit steht sie ebenfalls stark da.
Parteitag trotz großer Blockaden
Am Nachmittag bestätigten die Delegierten Weidel und Chrupalla als Vorsitzende. Weidel kam bei der Wahl auf gut 81 Prozent, Chrupalla auf etwa 70 Prozent. Begleitet wurde der Parteitag allerdings von massiven Protesten. Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 31.000 Teilnehmern. Viele Gegner der AfD blockierten Zufahrten zum Messegelände und setzten sich teils auf Straßen und Autobahnen.
Trotzdem konnte das Treffen pünktlich beginnen. Um die Blockaden zu umgehen, reisten Hunderte Delegierte bereits in den frühen Morgenstunden mit Reisebussen an. Nach Angaben von Teilnehmern sammelten sie sich schon vor 4 Uhr an Treffpunkten außerhalb der Stadt. Chrupalla kommentierte den ungewöhnlich frühen Start mit Spott in Richtung der Gegendemonstranten.
Die Protestierenden bewerteten ihren Einsatz dennoch als Erfolg. Zwar sei das Ziel, den Parteitag komplett zu verhindern, nicht erreicht worden, hieß es aus dem Bündnis „Widersetzen“. Dennoch habe die Zivilgesellschaft ein deutliches Signal gesetzt. Aus Sicht der Organisatoren zeigten die Aktionen, wie groß der Widerstand gegen die AfD in Erfurt war.