250 Jahre USA, Trump im Schatten
Zum 250. Geburtstag der USA rückt ein Überblick prägende Figuren der Geschichte in den Fokus. Dabei geht es nicht nur um Gründungsmythen, sondern auch um Sklaverei, Gewalt und verdrängte Perspektiven.

Zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten steht nicht nur die große nationale Erzählung im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wer das Land wirklich geprägt hat. Der Anlass wird zwar stark von Donald Trump bespielt, der sich laut dem Bericht mit Symbolen wie Reisepässen, Münzen und sogar einem 250-Dollar-Schein mit seinem Porträt in Szene setzen will. Doch die Geschichte der USA reicht weit über einzelne Präsidenten hinaus.
Der Rückblick setzt deshalb auf 25 prägende Persönlichkeiten aus jeweils einem Jahrzehnt seit 1776. Gleichzeitig erinnert er daran, dass die amerikanische Geschichte nicht erst mit der Unabhängigkeitserklärung begann. Vor den Vereinigten Staaten lebten dort Ureinwohner, denen weiße Siedler das Land nahmen. Die Entwicklung des Landes ist damit von Anfang an auch eine Geschichte von Gewalt, Unterdrückung und Kämpfen um Freiheit.
Zwischen Freiheitsideen und harter Realität
Ein frühes Beispiel für diesen Widerspruch ist Thomas Jefferson. Er verfasste die Unabhängigkeitserklärung, in der die Gleichheit aller Menschen beschworen wird. Zugleich hielt er selbst rund 200 Sklaven. Gerade daran zeigt sich, wie tief Rassismus schon in den Anfängen der USA verankert war. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang auch James Hemings, ein versklavter Koch, der angeblich ein bis heute populäres Gericht in die USA brachte: Macaroni and Cheese.
Auch technische Fortschritte änderten an der Unterdrückung zunächst wenig. Eli Whitneys Entkörnungsmaschine machte Baumwolle ab 1793 zu einem zentralen Rohstoff. Die Verarbeitung wurde massiv beschleunigt, doch statt Sklaverei überflüssig zu machen, wuchs der Bedarf an versklavten Menschen auf den Baumwollfeldern noch weiter.
Eine andere Perspektive bringt Sacagawea in die Erzählung ein. Die indigene Jugendliche begleitete Anfang des 19. Jahrhunderts eine Expedition durch das neu erworbene Louisiana-Gebiet und half unter anderem beim Übersetzen sowie beim Sammeln von Heilkräutern. Über ihr Leben ist nur wenig bekannt. Gerade das macht deutlich, wie viele wichtige Stimmen in der US-Geschichte bis heute nur bruchstückhaft überliefert sind.