105-Millionen-Klage gegen Netflix
Ein Produzent verklagt Netflix auf 105 Millionen Dollar. Laut US-Bericht soll eine unverschlüsselte Kopie des noch unveröffentlichten Nicolas-Cage-Films „Fortitude“ nach einem Diebstahl aus einem Büro in Umlauf geraten können.

Ärger für Netflix: Der Streamingdienst ist laut einem Bericht des US-Portals Deadline mit einer Klage über 105 Millionen Dollar konfrontiert. Im Zentrum steht der bislang unveröffentlichte Kriegsfilm „Fortitude“ mit Nicolas Cage, bei dem Simon West Regie führte.
Geklagt haben laut Bericht Autor und Produzent Simon Afram sowie dessen Firma Op-Fortitude. Demnach habe Netflix Interesse an dem Film signalisiert und um eine digitale Kopie zur Prüfung gebeten. Diese sei am 15. Juni übermittelt worden — verbunden mit dem Hinweis, dass die Datei unverschlüsselt sei und nach der Sichtung gelöscht werden müsse.
Festplatten aus Büro gestohlen
Zehn Tage später soll ein Netflix-Manager Afram darüber informiert haben, dass mehrere Festplatten aus einem Büro gestohlen worden seien. Nach Darstellung der Kläger befand sich auf den entwendeten Datenträgern auch eine Kopie von „Fortitude“. Afram argumentiert nun, dass der Film seitdem jederzeit im Internet auftauchen könne und dadurch wirtschaftlich praktisch entwertet sei.
- Film: „Fortitude“
- Regie: Simon West
- Klageforderung: 105 Millionen Dollar
- Produktionskosten laut Afram: 45 Millionen Dollar
Netflix weist Vorwürfe zurück
Netflix bestreitet die Vorwürfe. Nach Unternehmenssicht trage der Konzern kein Verlustrisiko für einen Film, der ohne die in der Branche üblichen Sicherheitsmaßnahmen geliefert worden sei. Der Fall dreht sich damit nicht nur um einen mutmaßlichen Diebstahl, sondern auch um die Frage, wer für den Schutz einer noch unveröffentlichten Produktion verantwortlich ist.
„Fortitude“ basiert laut dem Bericht auf wahren Ereignissen und erzählt von einer britischen Geheimdienstmission gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Ob der Film durch den Vorfall tatsächlich dauerhaft an Wert verloren hat, dürfte nun das Gericht klären müssen.