Zwischen Zen und Pflanzenliebe: Ein Schweizer Garten als Rückzugsort
Ein Garten hinter einem Mehrfamilienhaus wird zur stillen Oase: Kiesflächen, Meditationspfad und seltene Pflanzen zeigen, wie persönlich Natur gestaltet werden kann.

Schweizer Gärten sind oft weit mehr als gepflegte Grünflächen. Für viele Besitzerinnen und Besitzer sind sie Orte der Hingabe, der Beobachtung und der engen Verbindung zur Natur. Das zeigt auch ein Garten in Ittigen im Kanton Bern, der mit seiner Gestaltung eher an fernöstliche Ruhe als an einen typischen Hinterhof erinnert.
Katharina und Martin Scheidegger gestalten ihr Gartenprojekt seit 2015. Möglich wurde es, als Martin in Pension ging und das Paar die Wohnung mit Garten erwerben konnte. Besonders prägend ist dort ein japanisch inspirierter Bereich mit Kiesfläche und Meditationspfad. Entstanden ist diese Idee vor allem aus Martins Interesse am Zen-Buddhismus, mit dem er während einer Gestalttherapie-Ausbildung in Berührung kam. Der frühere reformierte Pfarrer übersetzte diese Faszination in einen Garten, der dem japanischen Stil folgt, aber zugleich eine eigene, schweizerisch geprägte Form gefunden hat.
Exotische Pflanzen und viel persönliche Geschichte
Neben dem Meditationsgarten pflegt das Paar zahlreiche aussergewöhnliche Gewächse. Viele davon hängen mit Martins Reisen in ferne Länder zusammen. So wächst dort etwa ein australischer Flammenbaum, auch die Samen der Leopardenblume brachte er einst aus Macau mit. Eine Parkinsonia geht auf einen Samen aus dem Iran zurück. Heute ist das allerdings nicht mehr ohne Weiteres möglich: Samen von ausserhalb der EU dürfen nicht einfach in die Schweiz eingeführt werden.
Zum Garten gehören ausserdem Pflanzen, die den fernöstlichen Charakter unterstreichen, etwa ein japanischer Ahorn. Andere Raritäten wie eine Buddhas-Hand-Zitrone zeigen, wie breit das botanische Interesse reicht. Viele der empfindlicheren Pflanzen hält Martin in Töpfen, damit sie den Winter geschützt überstehen können.
Auch Details spielen in diesem Garten eine wichtige Rolle. Am Beginn des Meditationspfads steht ein Zenigata-Brunnen, der den Übergang vom Alltag zu einem stilleren, spirituellen Weg markieren soll. So wird aus einem Garten hinter Hecken nicht nur ein Ort der Gestaltung, sondern auch einer der inneren Einkehr.