Yemisis Weg zu Olympia-Gold
Die ZDF-Doku „37 Grad“ begleitet Yemisi Mabry auf ihrem Weg von Ausgrenzung und Selbstzweifeln bis zum Olympiasieg in Paris. Im Finale am 9. August 2024 holte sie mit einem Wurf über 20 Meter Gold für Deutschland.

Das ZDF rückt in einer neuen Ausgabe von „37 Grad - die Einzeldokus“ die Geschichte von Yemisi Mabry in den Mittelpunkt. Der Film „Das Gold ihres Lebens - Kugelstoßerin Yemisi“ zeigt die Olympiasiegerin nicht nur als Athletin im Rampenlicht, sondern auch als Frau, die sich durch Krisen, Zweifel und Verletzungen ihres Selbstbildes kämpfen musste.
Im Zentrum steht das olympische Finale von Paris am 9. August 2024. Vor 80.000 Zuschauern tritt Yemisi als Außenseiterin in den Ring - und schreibt am Ende Sportgeschichte. Besonders dramatisch: Gleich beim ersten Versuch stürzt sie. Doch im entscheidenden sechsten Durchgang landet die Vier-Kilo-Kugel bei 20 Metern. Das bedeutet Gold für Deutschland.
Von Ausgrenzung zur Spitze
Die Doku blickt aber weit über den großen Triumph hinaus. Yemisi wurde in Deutschland geboren und wuchs in der Pfalz auf. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater kommt aus Nigeria. In der Schule erlebte sie Mobbing, Ausgrenzung und rassistische Beleidigungen. Diese Erfahrungen trafen sie schwer und führten dazu, dass sie sich immer stärker zurückzog.
Ein Wendepunkt kam laut Film erst, als sie in ihrer Kirchengemeinde auf eine Jugendleiterin namens Abigail traf. Dort fand sie Halt im Glauben, der ihr bis heute Kraft gibt. Die Doku zeigt damit nicht nur eine Karriere im Spitzensport, sondern auch den Versuch, Würde, Zugehörigkeit und innere Stabilität zurückzugewinnen.
Mehr als nur ein Sportfilm
„Das Gold ihres Lebens“ erzählt Yemisis Geschichte als sehr persönliches Porträt zwischen Stadionlärm und stillen Momenten. Zu den prägenden Stationen gehören:
- schwere Schulzeit mit Mobbing und Rassismus
- neuer Halt durch Kirche und Glauben
- Sturz im olympischen Finale
- Goldgewinn in Paris mit dem letzten Versuch
Nach den Dreharbeiten hat die Sportlerin geheiratet und trägt nun den Namen Yemisi Mabry. Aus der früheren Yemisi Ogunleye ist damit auch im privaten Leben ein neuer Abschnitt geworden - passend zu einer Geschichte, die immer wieder vom Aufstehen erzählt.
Foto: Wikimedia Commons / Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0