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Politik24. September 2026, 15:04 Uhr · von Redaktion

Xi sucht Ruhe bei Trump

Beim Treffen von Xi Jinping und Donald Trump in Washington geht es vor allem um Schadensbegrenzung. China will den Handelsstreit beruhigen und setzt dafür auf Kaufzusagen bei Soja, Rindfleisch und Flugzeugen.

Das Treffen von Xi Jinping und Donald Trump in Washington steht weniger für großen Aufbruch als für nüchterne Krisenpflege. Zwar liegen laut Bericht mehrere Absichtserklärungen bereit, doch hinter den Kulissen dominiert vor allem eines: gegenseitiges Misstrauen. Besonders beim Thema künstliche Intelligenz soll zwar an gemeinsamen Formulierungen gearbeitet werden, echte Regeln für den Umgang mit der Technologie sind aber kaum zu erwarten.

Im Gespräch ist demnach ein Dialogforum, sogar eine Art Notfallleitung für KI-Krisen. Doch der Wettbewerb zwischen den USA und China wiegt schwerer als der Wille zur Zusammenarbeit. Das geplante Papier dürfte deshalb eher politische Beruhigungssignale senden als verbindliche Leitplanken setzen.

Handel bleibt das eigentliche Kernthema

Konkreter sind die Interessen beim Handel. Peking will vor allem mehr Berechenbarkeit im Konflikt mit den USA. Vor rund zehn Monaten hatten beide Seiten ein Stillhalteabkommen vereinbart. Aus chinesischer Sicht funktionierte das nur eingeschränkt. Entsprechend drängt Peking auf eine Verlängerung, denn die anhaltende Unsicherheit belastet das Geschäft spürbar. Einige internationale Firmen in China reagieren bereits und produzieren dort laut Bericht nur noch für den chinesischen Markt und andere Länder – ohne die USA.

  • China sucht Ruhe im Handelsstreit
  • Beim Thema KI bleiben die Differenzen groß
  • Kaufzusagen sollen das Verhältnis stabilisieren

Peking setzt auf Pragmatismus

Langfristig betrachtet China das Verhältnis zu Washington dem Bericht zufolge als Machtkampf zwischen zwei Großmächten. Aus Pekinger Sicht versucht die US-Seite, Chinas Aufstieg zu bremsen. Gleichzeitig gilt Trump dort offenbar auch als taktisch nützlicher Gegenspieler, weil seine Haltung zu traditionellen Allianzen den Chinesen neue Spielräume eröffnen kann.

Um Spannungen kurzfristig kleinzuhalten, setzt Peking auf bekannte Mittel: Xi dürfte Washington wohl mit milliardenschweren Zusagen für den Kauf amerikanischer Produkte verlassen, darunter Sojabohnen, Rindfleisch und Boeing-Flugzeuge. Für die chinesische Delegation ist das Ziel klar: keine neuen bösen Überraschungen und möglichst ein halbwegs stabiler Burgfrieden bis zum Ende von Trumps Amtszeit im Januar 2029.

Quelle: SRF