JETZT LIVE
Sport30. Juli 2026, 19:07 Uhr · von Redaktion

WM-Boykott gegen Fifa-Pläne

Die UEFA-Mitglieder drohen der Fifa geschlossen mit einem Boykott aller Wettbewerbe. Grund ist ein geplanter Investorendeal, bei dem Teile der kommerziellen Rechte an der WM verkauft werden sollen.

WM-Boykott gegen Fifa-Pläne

Im Weltfußball bahnt sich ein massiver Konflikt an: Die 55 Mitgliedsverbände der UEFA haben der Fifa in einer Dringlichkeitssitzung geschlossen mit einem WM-Boykott gedroht. Hintergrund ist der Plan des Weltverbands, Beteiligungsrechte an der Weltmeisterschaft und weiteren Fifa-Wettbewerben an private Investoren zu übertragen.

Die Entscheidung fiel einstimmig nach einer Online-Konferenz. Die Botschaft an Fifa-Präsident Gianni Infantino ist eindeutig: Solange diese Pläne auf dem Tisch liegen, wollen keine UEFA-Nationalteams an Fifa-Wettbewerben teilnehmen. Die Europäer verlangen nicht nur das Aus für den aktuellen Vorstoß, sondern auch verbindliche Zusicherungen, dass Fifa-Wettbewerbe künftig nicht erneut für private Eigentümer geöffnet werden.

Europa zieht eine klare rote Linie

Mit ihrer Erklärung demonstrieren die europäischen Verbände ungewöhnlich geschlossen ihre Haltung. Aus Sicht der UEFA darf die WM nicht wie ein Finanzprodukt behandelt werden. Gerade weil Europa mit Ländern wie Spanien, England, Frankreich und Deutschland sportlich enormes Gewicht hat, würde ein Boykott die Bedeutung einer Weltmeisterschaft massiv treffen.

  • 55 UEFA-Verbände stimmten laut Mitteilung einstimmig ab
  • Boykott angedroht für alle Fifa-Wettbewerbe
  • Streitpunkt ist der Verkauf von Teilen kommerzieller Rechte

Druck auf Infantino wächst

Die Fifa hatte angekündigt, mit einem möglichen Deal eine Milliardensumme einspielen zu wollen. Berichten zufolge setzte der Weltverband den Verbänden dafür eine Frist bis zum 19. September und stellte im Gegenzug eine Sonderzahlung in Aussicht. Für die UEFA ist dieser Termin allerdings zweitrangig: Die Ablehnung wurde bereits klar und öffentlich formuliert.

Auch aus der Schweiz kam Zustimmung zur harten Linie. Vertreter des Schweizerischen Fussballverbands nahmen an der Sitzung teil und betonten laut Mitteilung, dass die Entwicklung des Fußballs zwar Geld brauche, aber ebenso Verantwortung, Transparenz, demokratische Abläufe und Kontrolle. Damit steht Infantino nun unter erheblichem Druck – denn ohne Europa wäre eine WM sportlich kaum vorstellbar.