Wattrennen startet zur 90. Runde
Vor Cuxhaven wird das Watt wieder zur Rennbahn: Das Duhner Wattrennen geht in seine 90. Ausgabe. Auf einer 1.200 Meter langen Strecke sind heute elf Rennen geplant – gegen die Konkurrenz und gegen die Gezeiten.

Vor der Küste von Cuxhaven wird es heute wieder rasant: Beim Duhner Wattrennen verwandelt sich der trockengefallene Meeresboden für einige Stunden in eine ungewöhnliche Sportarena. Dort, wo sonst nur das Watt das Tempo vorgibt, treten nun Pferde gegeneinander an. Zum 90. Jubiläum werden an der Nordsee wieder tausende Besucherinnen und Besucher erwartet.
Sobald die Ebbe einsetzt, wird auf dem Watt eine 1.200 Meter lange Bahn markiert. Danach geht alles Schlag auf Schlag, denn viel Zeit bleibt nicht: Der Renntag muss komplett in das kurze Fenster passen, in dem der Untergrund trocken genug ist. Geplant sind elf Rennen über verschiedene Distanzen, bei denen sowohl Traber als auch Galopper an den Start gehen.
Rennen auf Zeit im Watt
Der besondere Reiz des Events liegt nicht nur im sportlichen Vergleich der Pferde. Auch die Natur setzt den Takt, denn mit den zurückkehrenden Gezeiten endet die Rennbahn so schnell, wie sie entstanden ist. Genau diese Mischung aus Wettkampf und Naturkulisse macht die Veranstaltung seit Jahrzehnten zu einem Publikumsmagneten.
- Austragungsort: Watt vor Cuxhaven
- Streckenlänge: 1.200 Meter
- Geplant: elf Rennen
- Teilnehmer: Traber und Galopper
Tradition mit Kritik
Das Duhner Wattrennen gibt es bereits seit 1902 und es gilt als weltweit einmalig. Gleichzeitig steht die Veranstaltung seit Jahren in der Kritik von Tierschutzorganisationen wie PETA. Hilfsmittel, die als problematisch beim Antreiben der Pferde gelten, sind inzwischen untersagt. Außerdem wurden nach den Protesten die Kontrollen durch Veterinäre ausgeweitet.
So bleibt das Rennen auch in seinem Jubiläumsjahr ein Spektakel mit zwei Seiten: auf der einen Seite eine traditionsreiche und außergewöhnliche Sportveranstaltung, auf der anderen eine Debatte über den Umgang mit den Tieren. Heute aber richtet sich der Blick zunächst auf das Watt – und auf die Frage, wer schneller ist als die Konkurrenz und die Flut.
Foto: volksstimme