UN zieht KI-Grenzen
Der UN-Menschenrechtsrat hat in Genf einstimmig eine Resolution zu Künstlicher Intelligenz beschlossen. Sie soll Chancen der Technik sichern und zugleich Menschenrechte sowie besonders gefährdete Gruppen besser schützen.

Foto: Wikimedia Commons / Johanna Leguerre / European Union, CC BY 4.0
Der UN-Menschenrechtsrat hat sich in Genf mit den Folgen von Künstlicher Intelligenz befasst und zum Abschluss seiner Sitzung eine einstimmige Resolution verabschiedet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI genutzt werden kann, ohne grundlegende Rechte zu verletzen. Die Debatte zeigt: International wächst der Druck, den rasanten Fortschritt der Technologie politisch und rechtlich enger zu begleiten.
Zuvor hatte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk bei der Eröffnung der 63. Sitzung Anfang September eindringlich vor den Risiken gewarnt. In seiner Rede nannte er neben Kriegen, Klimakrise und Desinformation auch KI als zentrales Thema. Von den Staaten forderte er eine Regulierung im Interesse der Sicherheit aller. Aus seiner Sicht könnte die Technologie sonst zur existenziellen Bedrohung für die Menschheit werden.
Chancen ja – aber nicht um jeden Preis
Die nun angenommene Resolution macht deutlich, dass KI aus Sicht des Rats nicht grundsätzlich problematisch ist. Entscheidend sei, wie sie eingesetzt werde. Genannt werden mehrere mögliche Vorteile:
- besserer Zugang zu Informationen, Bildung und Gesundheitsversorgung
- schnellere wissenschaftliche Forschung und mehr Innovation
- frühere Warnungen vor Gefahren wie Naturkatastrophen
- Unterstützung beim Krisenmanagement, etwa in Pandemien
Gleichzeitig setzt der Text klare Bedingungen. KI müsse im Einklang mit dem Völkerrecht genutzt werden und die Menschenrechte achten. Besonders wichtig ist dem Rat, dass bestehende Vorurteile nicht weiter verstärkt werden. Das Risiko besteht vor allem dann, wenn Systeme mit Daten trainiert werden, in denen rassistische, sexistische, antisemitische oder andere diskriminierende Muster bereits angelegt sind.
Besonderer Schutz für Schwächere
Aufmerksam schaut der Menschenrechtsrat dabei auf besonders sensible Bereiche. Genannt werden unter anderem Justiz, Migration, Gesundheit, Bildung, Soziales sowie Arbeitsplätze und Arbeitsmärkte. Gerade dort dürfe KI nicht zur Benachteiligung beitragen. Die Resolution verlangt außerdem, die Rechte vulnerabler Gruppen besonders zu schützen – also von Menschen, die leichter übersehen, ausgeschlossen oder diskriminiert werden könnten.
Quelle: Tagesschau