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Politik8. Oktober 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

UN-Rennen bleibt völlig offen

Bei den Vereinten Nationen ist die Nachfolge von Antonio Guterres weiter ungeklärt. Nach der fünften Probeabstimmung im Sicherheitsrat gilt nur noch Rebeca Grynspan als realistische Kandidatin - trotz sechs Gegenstimmen.

UN-Rennen bleibt völlig offen

Foto: Wikimedia Commons / UNCTAD, CC BY-SA 4.0

Die Suche nach einer Nachfolge für UN-Generalsekretär Antonio Guterres zieht sich weiter hin. Auch bei der fünften Probeabstimmung im Sicherheitsrat konnten sich die 15 Mitgliedsstaaten nicht auf eine klare Favoritin oder einen klaren Favoriten festlegen. Das Bewerberfeld wird zwar kleiner, eine Entscheidung ist aber weiter nicht in Sicht.

Als einzige Kandidatin mit ernsthaften Chancen gilt derzeit noch Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Die frühere Vizepräsidentin war zuletzt Generalsekretärin der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung, UNCTAD. In dieser Rolle half die 70-Jährige 2022 bei der Vermittlung des Getreideabkommens zwischen der Ukraine und Russland.

Mehr Gegenstimmen für Grynspan

Trotz dieser Ausgangslage bekam Grynspan in der jüngsten Testrunde sechs Gegenstimmen - und damit drei mehr als bei der vorherigen Abstimmung. Das spricht nicht für Rückenwind. Deshalb wächst bei den Vereinten Nationen die Erwartung, dass die fünf Vetomächte am Ende womöglich doch wieder nach einer ganz neuen Person suchen, die bislang gar nicht offiziell kandidiert hat.

Damit stünde auch das transparente Auswahlverfahren auf dem Prüfstand, das von der früheren Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, organisiert worden war. Dazu gehörten Bewerbergespräche und eine Townhall-Debatte. Ob dieser Weg am Ende trägt, dürfte sich bald zeigen.

Entscheidung könnte am 16. Oktober fallen

Besonders wichtig wird die nächste Abstimmung am 16. Oktober. Dann wird im Sicherheitsrat erstmals mit farbigen Stimmzetteln gewählt. So lässt sich erkennen, wie viele Vetomächte Grynspan ablehnen.

  • Mindestens 9 von 15 Stimmen im Sicherheitsrat sind nötig.
  • Keine der fünf Vetomächte darf widersprechen.
  • Erst danach stimmt die Generalversammlung mit ihren 193 Mitgliedsstaaten ab.

Lehnt nur eine Vetomacht ab, hätte Grynspan noch Chancen. Bei zwei oder mehr Ablehnungen müsste die Suche praktisch neu beginnen. Klar ist schon jetzt: In der Geschichte der Vereinten Nationen stand in mehr als acht Jahrzehnten noch nie eine Frau an der Spitze der Organisation.

Quelle: Tagesschau