UEFA plant Infantino-Sturz
Die UEFA will FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Wahl am 18. März 2027 herausfordern. Bei einem Treffen in Berlin beschlossen Europas Verbände Reformpläne und suchen nun bis zum 18. November einen Gegenkandidaten.

Foto: Wikimedia Commons / United Nations Office on Drugs and Crime, CC BY 2.0
Die UEFA treibt ihre Pläne für einen Machtwechsel an der Spitze des Weltfußballs voran. Bei einem Treffen in Berlin haben Europas Verbände einen Fahrplan beschlossen, mit dem die Ära von Gianni Infantino bei der FIFA beendet werden soll. Spätestens bei der nächsten Wahl am 18. März 2027 wollen die Europäer einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin ins Rennen schicken.
Auslöser für den verschärften Kurs ist die wachsende Unzufriedenheit mit Infantino. In Ungnade fiel der FIFA-Präsident laut dem Bericht vor allem rund um die jüngste WM: Erst wurde die Rotsperre für den US-Nationalspieler Folarin Balogun aufgehoben, später sorgte ein Plan für Kritik, FIFA-Rechte an eine Investorengruppe um den Bruder von Jared Kushners Bruder zu verkaufen. Verbände, die zustimmen sollten, hätten demnach mehr Fördergeld erhalten als Kritiker. Nach massivem Druck und einer Boykottdrohung der UEFA zog Infantino den Plan schließlich zurück.
Reformen statt Alleingänge
In Berlin verständigten sich die europäischen Verbände mit Ausnahme von Aserbaidschan auf einen gemeinsamen Reformkurs. DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte eine klarere Gewaltenteilung innerhalb der FIFA und unabhängige Gremien ohne Eingriffe von außen. Auch UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister machte deutlich, welches Profil die UEFA sucht: eine integre Führungspersönlichkeit, die den Fußball über Europa hinaus wieder zusammenführt und die Kontrollstrukturen stärkt.
- Wahl des FIFA-Präsidenten: 18. März 2027
- Bewerbungsfrist für Kandidaten: 18. November
- Vorher tagt das UEFA-Exekutivkomitee noch einmal Anfang November
Ein Name fehlt noch
Wer gegen Infantino antreten soll, ist aber weiterhin offen. UEFA-Chef Aleksander Ceferin will nach den vorliegenden Informationen nicht selbst kandidieren. Auch Victor Montagliani, Präsident des Verbands für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, soll auf eine Bewerbung verzichten. Beide peilen stattdessen eine weitere Amtszeit in ihren Kontinentalverbänden an.
Damit steigt der Druck auf die UEFA, rasch eine überzeugende Personalie zu präsentieren. Schon bis Mitte November muss feststehen, wer den Europäern als Herausforderer dienen soll. Klar ist bisher nur: Die Suche läuft auf Hochtouren – und der Widerstand gegen Infantino ist in Europa so geschlossen wie lange nicht.
Quelle: DW Deutsch