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Politik7. Oktober 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

U-Haft für Ex-BND-Chef

Der frühere BND-Präsident August Hanning sitzt nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 80-Jährigen unter anderem geheimdienstliche Agententätigkeit und versuchten Landesverrat vor.

U-Haft für Ex-BND-Chef

Foto: Generalbundesanwaltschaft2.JPG : Voskos derivative work: Sitacuisses / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Der frühere BND-Präsident August Hanning ist einen Tag nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft gekommen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft setzte ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl in Vollzug. Der 80-Jährige steht im Verdacht, geheime Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes beschafft und teilweise weiterverwendet zu haben.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Laut Bundesanwaltschaft geht es um geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass Hanning geheime BND-Informationen von seinem früheren Büroleiter gekauft haben soll – zu einer Zeit, als er selbst längst nicht mehr für den Dienst tätig war.

Verdacht auf Weitergabe ins Ausland

Besonders brisant ist ein Fall, in dem Hanning geheime Informationen genutzt haben soll, um eine Analyse für einen Mitarbeiter eines ausländischen Nachrichtendienstes zu erstellen. Ob diese Auswertung tatsächlich beim vorgesehenen Empfänger ankam, ist nach Angaben der Ermittler bislang unklar. Welches Land betroffen sein könnte, wurde offiziell nicht genannt. Ein Medienbericht brachte Aserbaidschan ins Spiel, aus Baku kamen dazu jedoch Dementis.

  • Festnahme: Hanning in Nordrhein-Westfalen
  • Zweiter Beschuldigter: Ex-Büroleiter Manfred D. in Bayern
  • Vorwurf gegen beide: Umgang mit geheimen BND-Erkenntnissen

Ermittlungen über einen Umweg

Hanning leitete den BND von 1998 bis 2005. Nach seiner Amtszeit arbeitete er als Sicherheitsberater. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen er und sein früherer Büroleiter Jahre später vereinbart haben, dass dieser ihm gegen Bezahlung wertvolle Informationen aus dem BND beschafft. Die Ermittler vermuten, dass Hanning diese Erkenntnisse später für seine Beratungstätigkeit nutzte.

Auf die Spur gekommen sein sollen die Behörden ihm im Zusammenhang mit einer anderen Ermittlung. Bereits im vergangenen September durchsuchte das LKA Hamburg sein Haus und seine Büros auf der Suche nach Beweismitteln im Fall Block. Dabei geht es um den Vorwurf, Hanning könne in einen früheren Entführungsversuch zweier Kinder verwickelt gewesen sein. Das bestreitet er. Sein früherer Büroleiter sitzt bereits in U-Haft.

Quelle: Tagesschau