Trotz Trump: Neue Angriffe
Kurz nach Donald Trumps Ankündigung einer angeblichen „Energie-Waffenruhe“ sind in der Ukraine erneut Energieanlagen angegriffen worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete Attacken in Kiew und der Region Charkiw, zudem gab es Tote in Charkiw und Iwano-Frankiwsk.

Foto: Wikimedia Commons / Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0
Von einer Ruhe im Energiesektor ist offenbar weiter nichts zu spüren: Russland hat nach ukrainischen Angaben erneut Energieanlagen attackiert – und das nur kurz nach der von Donald Trump verkündeten angeblichen „Energie-Waffenruhe“ zwischen Moskau und Kiew. Eine Bestätigung dieser Vereinbarung von beiden Kriegsparteien gibt es bislang nicht.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in Online-Netzwerken, eine Schahed-Drohne habe ein Kraftwerk in Kiew getroffen. Später seien auch Anlagen in der Region Charkiw im Nordosten des Landes angegriffen worden. Besonders brisant: Nach Darstellung Selenskyjs geschahen diese Attacken erst nach Trumps öffentlicher Erklärung.
Tote und Verletzte bei weiteren Angriffen
Neben den Angriffen auf die Infrastruktur wurden auch neue Opfer gemeldet. In der Nähe eines Lebensmittelgeschäfts in Charkiw kamen laut Regionalgouverneur Oleh Synjehubow drei Menschen ums Leben, neun weitere wurden verletzt. Aus der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk wurde zudem gemeldet, dass bei einem russischen Angriff zwei Menschen starben.
- Angriff auf ein Kraftwerk in Kiew
- Weitere Attacken auf Energieanlagen in der Region Charkiw
- Drei Tote und neun Verletzte in Charkiw
- Zwei Todesopfer in Iwano-Frankiwsk
Trump verkündet, Kiew weiß von nichts
Trump hatte zuvor erneut erklärt, Russland und die Ukraine würden ab sofort auf Angriffe gegen den Energiesektor verzichten. Er schrieb, beide Seiten hätten zugestimmt. Doch Selenskyj sagte im Interview mit Axios, er habe davon im Vorfeld nichts gewusst. Die Ukraine sei grundsätzlich bereit, eine solche Regelung zu akzeptieren – allerdings nur, wenn auch Russland tatsächlich mitzieht. Details aus den USA stünden noch aus.
Parallel dazu blieb auch die Lage in Russland angespannt: Die vier Moskauer Flughäfen stellten den Flugbetrieb am Abend wegen anfliegender ukrainischer Drohnen vorübergehend ein. Auch in anderen russischen Städten kam es laut Bericht zu Störungen im Luftverkehr. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begrüßte unterdessen den Vorstoß für eine „echte“ Energie-Waffenruhe, auch aus Brüssel kam Unterstützung.
Quelle: Tagesschau