Tote und Chaos in Riad
Der Hauptflughafen von Riad ist erneut schwer angegriffen worden. Laut Luftfahrtbehörde starben mindestens ein Dutzend Menschen, mehr als 300 wurden verletzt.

Foto: B.alotaby / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Der King-Khalid-Flughafen in Riad ist am Samstag erneut Ziel eines schweren Angriffs geworden. Nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde wurden dabei mindestens ein Dutzend Menschen getötet, mehr als 300 weitere verletzt. Es ist bereits der dritte schwere Angriff auf den Airport innerhalb weniger Tage – und ein weiterer massiver Rückschlag für Saudi-Arabien.
Zunächst hatten die Behörden nur von Verletzten gesprochen. Später wurde bekannt, dass es zahlreiche Todesopfer gibt. Nach weiteren Angaben soll auch ein Passagierflugzeug getroffen worden sein. Der Flugbetrieb wurde komplett gestoppt, westliche Botschaften riefen ihre Staatsangehörigen dazu auf, den Flughafenbereich zu meiden.
Angriffe treffen Saudi-Arabien tief im Inneren
Als mutmaßliche Urheber gelten erneut die Huthi-Rebellen aus dem Jemen, die ihre Angriffe auf saudisches Gebiet zuletzt deutlich ausgeweitet haben. Ein offizielles Bekennerschreiben zum Angriff vom Samstag gab es zunächst allerdings nicht. Schon am Donnerstag war der Flughafen attackiert worden – damals kamen drei saudische Staatsangehörige ums Leben.
- Dritter schwerer Angriff innerhalb weniger Tage
- Flugbetrieb in Riad vorerst eingestellt
- Mehrere Airlines hatten Verbindungen schon zuvor ausgesetzt
Konflikt im Jemen spitzt sich weiter zu
Der Hintergrund der Eskalation liegt im Krieg im Jemen. Dort kämpfen die Huthi seit Jahren gegen die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Die Auseinandersetzung gilt zugleich als regionaler Machtkampf zwischen Riad und Teheran. Zuletzt hatten die Huthi laut Bericht wichtige Küstengebiete erobert und die strategisch bedeutende Meerenge Bab al-Mandab weitgehend unter Kontrolle gebracht.
Die Folgen sind auch für den internationalen Luftverkehr spürbar. Nach dem Angriff vom Donnerstag hatten bereits mehrere Fluglinien ihre Verbindungen nach Riad gestoppt, darunter Lufthansa und Air India. Auch die europäische Flugsicherheitsagentur EASA warnte vor der wachsenden Gefahr für zivile Maschinen. Für Saudi-Arabien ist das nicht nur ein Sicherheitsproblem, sondern auch ein schwerer Dämpfer für die Pläne, Riad als internationales Luftfahrt-Drehkreuz zu etablieren.
Quelle: ORF