Tote bei Bootsunglück vor Dschibuti
Vor der Küste von Dschibuti sind nach UN-Angaben mindestens 109 Migranten bei einem Schiffsunglück gestorben. Mehr als 116 Menschen werden noch vermisst, über 80 überlebten die Überfahrt Richtung Jemen.

Foto: Skilla1st / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Vor der Küste von Dschibuti ist es zu einem schweren Unglück auf einer Fluchtroute Richtung Arabische Halbinsel gekommen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration kamen mindestens 109 Migranten ums Leben. Unter den Toten sind demnach auch 15 Kinder. Zusätzlich werden noch mehr als 116 Menschen vermisst.
Das Boot war von Dschibuti aus in Richtung Jemen unterwegs und kenterte nach UN-Angaben bereits in der Nacht zu Freitag. Mehr als 80 Menschen überlebten das Unglück. Bei ihnen handelt es sich laut IOM ausschließlich um äthiopische Staatsbürger.
Gefährliche Route über das Meer
Dschibuti gilt als wichtiger Ausgangspunkt für die sogenannte östliche Migrationsroute vom Horn von Afrika über die Meerenge Bab al-Mandab auf die arabische Halbinsel. Trotz der anhaltenden Gewalt im Jemen nehmen viele Menschen diese Überfahrt auf sich, weil sie sich von dort aus bessere Chancen in den Golfstaaten erhoffen.
- Ziel vieler Migranten: Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate oder Oman
- Herkunft laut UN vor allem: Äthiopien, teils auch Somalia
- Zuletzt kamen innerhalb von drei Wochen mehr als 20.000 Migranten aus Äthiopien in Dschibuti an
Nicht nur die Überfahrt ist riskant
Die IOM spricht von einer verheerenden Tragödie und leistet nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Behörden Nothilfe vor Ort. Die Organisation warnt zugleich, dass die Gefahr nicht mit der Ankunft im Jemen endet. Dort seien Migranten laut IOM unter anderem Gewalt, willkürlichen Festnahmen, Inhaftierungen, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt.
Das Unglück zeigt erneut, wie groß der Druck auf viele Menschen in der Region ist. Auf der Suche nach Arbeit und Stabilität setzen sie ihr Leben aufs Spiel — selbst auf einer Route, die seit Jahren als besonders gefährlich gilt.
Quelle: Tagesschau