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Politik24. September 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Tigray-Konflikt eskaliert erneut

Im Norden Äthiopiens sind die Kämpfe in der Region Tigray wieder massiv aufgeflammt. Beobachter warnen vor einem neuen Krieg mit Folgen über Äthiopien hinaus, nachdem schon 2022 laut Afrikanischer Union mindestens 600.000 Menschen starben.

Tigray-Konflikt eskaliert erneut

Foto: teteria sonnna from Obukhiv, Ukraine / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Im Norden Äthiopiens spitzt sich die Lage in der Region Tigray dramatisch zu. In der Regionalhauptstadt Mekelle patrouillieren bewaffnete Soldaten, der strategisch wichtige Flughafen steht unter Kontrolle der Streitkräfte aus Tigray. Gleichzeitig kommt es an mehreren Orten zu heftigen Gefechten mit der äthiopischen Armee. Viele Menschen fürchten, dass der Bürgerkrieg, der erst 2022 mit einem Friedensabkommen gestoppt wurde, erneut in voller Härte zurückkehrt.

Die Sorge ist nicht unbegründet: Nach Schätzungen der Afrikanischen Union wurden im damaligen Krieg mindestens 600.000 Menschen getötet. Hintergrund war ein Machtkampf zwischen der sogenannten Volksbefreiungsfront von Tigray und der äthiopischen Zentralregierung. Zwar beendete das Abkommen von Pretoria die Kämpfe, doch mehrere wichtige Punkte blieben ungelöst.

Alte Wunden, neue Kämpfe

Zu den offenen Baustellen gehörten vor allem die Entwaffnung der Kräfte aus Tigray und die Rückkehr Hunderttausender Vertriebener. Nach dem Kriegsende setzte Addis Abeba eine Übergangsverwaltung in der Region ein. Vor einigen Monaten machte die Volksbefreiungsfront aber klar, dass sie die Macht in Tigray wieder selbst übernehmen will. Die äthiopische Armee versuchte nach Angaben der Tagesschau, das mit militärischen Mitteln und auch mit Drohnenangriffen zu verhindern.

  • Mekelle: schwere Kämpfe und militärische Präsenz
  • Friedensabkommen von Pretoria: zentrale Vereinbarungen weiter offen
  • Neue Allianz aus sieben Oppositionsgruppen gegen die Regierung

Warnung vor Flächenbrand

Zusätzliche Brisanz bekam die Krise zuletzt durch den Zusammenschluss von sieben bewaffneten Oppositionsgruppen, die landesweit den Sturz der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed anstreben. Auch Streitkräfte aus Tigray gehören zu dieser Allianz. Beobachter warnen deshalb, dass sich der Konflikt schnell ausweiten könnte. Im Blick stehen dabei auch die Nachbarländer Eritrea und Sudan, die die Rebellengruppe aus Tigray unterstützen. Ein neuer Krieg wäre damit nicht nur für Tigray, sondern für das gesamte Horn von Afrika verheerend.

Quelle: Tagesschau