Tausende Festnahmen in Frankreich
Bei Schülerprotesten in Frankreich sind seit Montag nach Regierungsangaben mehr als 5.000 Menschen festgenommen worden. Rund 85 Prozent davon waren minderjährig, betroffen waren zuletzt 735 Schulen im ganzen Land.

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Die Schülerproteste in Frankreich haben sich weiter zugespitzt: Nach Angaben der Regierung wurden seit Montag mehr als 5.000 Menschen festgenommen. Innenminister Laurent Nuñez nannte für Freitag 1.747 Festnahmen, nachdem es am Donnerstag bereits 1.954 gewesen waren. Besonders auffällig: Rund 85 Prozent der Festgenommenen sollen minderjährig sein.
Nach Darstellung des Ministers handelt es sich bei den meisten um Schülerinnen und Schüler. Er schränkte aber ein, dass daraus nicht automatisch folge, dass sie auch jene Schulen besuchen, in deren Umfeld sie aufgegriffen wurden. Die Proteste richten sich gegen aus Sicht der Jugendlichen schlechte Lernbedingungen, fehlende Lehrkräfte, verschmutzte Gebäude und zu volle Klassenräume.
Proteste an Hunderten Schulen
Am Freitag waren laut Regierung 735 Schulen von Aktionen betroffen. Das sind demnach rund 30 Prozent weniger als am Vortag. Dennoch sprach Nuñez von einem überraschend großen und erheblichen Ausmaß der Bewegung. In der Nähe von 158 Einrichtungen kam es laut Innenministerium zu gewaltsamen Zwischenfällen.
- Wurfgeschosse gegen Einsatzkräfte
- Angriffe auf Lehrkräfte
- Attacken auf Journalisten und Passanten
Streit über Gewalt und Polizeieinsätze
Die französische Regierung macht unter anderem soziale Netzwerke und den Einfluss der linken Partei LFI für die starke Mobilisierung mitverantwortlich. Zugleich heißt es aus Paris, die Gewalt sei den Verantwortlichen der Bewegung entglitten. Schülervertreter distanzierten sich zwar von Ausschreitungen, riefen aber dazu auf, die Proteste fortzusetzen.
Auch das Vorgehen der Sicherheitskräfte steht inzwischen in der Kritik. Während die Regierung betont, die Polizei handle zurückhaltend, werfen andere den Einsatzkräften übermäßige Gewalt vor. Damit bleibt die Lage angespannt - auch wenn die Zahl der betroffenen Schulen zuletzt etwas zurückging.
Quelle: Tagesschau