Tarantinos Travolta-Tabu
Quentin Tarantino ist bekennender John-Travolta-Fan – doch einen seiner größten Hits hat er bis heute nicht gesehen. Seit 36 Jahren meidet der Regisseur ausgerechnet die Erfolgskomödie „Kuck mal, wer da spricht!“.

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Quentin Tarantino gilt als wandelndes Filmlexikon und als glühender Verehrer von John Travolta. Umso erstaunlicher ist ein Geständnis des Regisseurs: Ausgerechnet einen der größten Publikumserfolge des Stars hat er sich bis heute nicht angesehen. Dabei hat Tarantino nach eigener Aussage sonst fast alles geschaut, was sein Idol gedreht hat.
Ausgerechnet der Mega-Hit fehlt
Wie Tarantino laut Vanity Fair erklärte, scheiterte es bei einem Titel nicht an mangelndem Interesse an Travolta, sondern an der Grundidee des Films. Gemeint ist „Kuck mal, wer da spricht!“ aus dem Jahr 1989. Die Komödie von Amy Heckerling erzählt von einer alleinerziehenden Mutter, deren Baby seine Gedanken aus dem Off kommentiert – für Tarantino offenbar eine Prämisse, mit der er nie warm wurde.
Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil Tarantinos Begeisterung für Travolta seit Jahren legendär ist. In den 1970ern wurde der Schauspieler mit Filmen wie „Saturday Night Fever“, „Grease“ und später auch „Blow Out“ zur Ikone. Tarantino soll seinem Lieblingsstar sogar einmal einen regelrechten Schrein gewidmet haben. Beim ersten persönlichen Treffen spielten die beiden laut Bericht sogar Brettspiele, die auf Travoltas Filmen basierten.
Publikum liebte den Film trotzdem
Was für Tarantino nach einer absoluten Nope-Idee klang, erwies sich beim Publikum als Volltreffer. „Kuck mal, wer da spricht!“ wurde ein riesiger Kinoerfolg und war lange Zeit der zweiterfolgreichste Film in Travoltas Karriere – nur „Grease“ lag noch davor.
- Regie: Amy Heckerling
- Hauptrollen: Kirstie Alley und John Travolta
- Originalstimme des Babys: Bruce Willis
Kurios am Rande: In der deutschen Fassung sprach nicht Bruce-Willis-Stimme Manfred Lehmann das Baby, sondern Moderator Thomas Gottschalk. Tarantino blieb der Film trotzdem fremd – und hält damit seit 36 Jahren an einem sehr speziellen Film-Tabu fest.
Quelle: filmstarts