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Politik14. September 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Syrien kocht wegen Spritpreisen

In Syrien haben stark erhöhte Treibstoffpreise die größten Proteste seit dem Sturz von Baschar al-Assad ausgelöst. Nach einem Diesel-Plus von 40 Prozent wurden Straßen blockiert, Reifen angezündet und Ministerrücktritte gefordert.

Syrien kocht wegen Spritpreisen

Foto: Vyacheslav Argenberg / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

In Syrien haben stark gestiegene Preise für Treibstoff die bisher größten landesweiten Proteste seit dem Sturz von Baschar al-Assad vor knapp zwei Jahren ausgelöst. Auslöser war eine Entscheidung der Regierung vom Samstag: Der Preis für Diesel wurde um 40 Prozent auf 175 syrische Pfund pro Liter angehoben. Auch Benzin und Gas wurden teurer.

Die Reaktion folgte prompt. Demonstrierende zündeten Reifen an und legten wichtige Verkehrswege lahm. Betroffen war unter anderem die Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo. Außerdem wurden Rohöltanklaster auf dem Weg zu Raffinerien aufgehalten. Aus der Menge kamen auch politische Forderungen: Verlangt wurde der Rücktritt des Energie- sowie des Wirtschaftsministers.

Wut über Preise statt Ruf nach mehr Lohn

Ein Demonstrant in Aleppo sagte laut Reuters, es gehe nicht um höhere Gehälter, sondern um günstigeren Diesel und andere Kraftstoffe. Gerade in einem Land, in dem laut dem UNDP 90 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze leben, trifft ein solcher Preissprung besonders hart.

  • Dieselpreis plus 40 Prozent
  • Blockaden auf wichtigen Straßen
  • Forderungen nach Minister-Rücktritten

Regierung verweist auf Engpässe

Das syrische Energieministerium bezeichnete die Erhöhungen als vorübergehende Maßnahme. Begründet wurde der Schritt mit gestiegenen Beschaffungskosten auf dem Weltmarkt und der hohen Importabhängigkeit des Landes. Syrien bezog in diesem Jahr rund 60.000 Barrel Rohöl pro Tag aus Russland.

Zusätzlich verschärft sich die Lage durch Probleme bei der Versorgung: Russische Lieferungen gerieten zuletzt unter Druck, nachdem ukrainische Angriffe auf Raffinerien die Produktion dort gebremst hatten und Moskau seine Ausfuhren einschränkte. Gleichzeitig ist die größte syrische Raffinerie in Banijas wegen Wartungsarbeiten für drei Monate außer Betrieb.

Quelle: ORF