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Politik26. Oktober 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Studenten stürzen Vucic

In Serbien hat die oppositionelle Studentenliste laut unabhängigen Wahlbeobachtern die Parlamentswahl klar gewonnen. Amtsinhaber Aleksandar Vucic räumte seine Niederlage früh ein, die Wahlbeteiligung erreichte Rekordwerte.

Politische Zäsur in Serbien: Die oppositionelle Studentenliste hat die Parlamentswahl nach Angaben unabhängiger Wahlbeobachter deutlich für sich entschieden. Der langjährige Machthaber Aleksandar Vucic gestand seine Niederlage noch vor der Verkündung offizieller Resultate ein. Damit endet nach 14 Jahren seine politische Dominanz im Land.

Nach Vucics eigenen Angaben kommt die Studentenliste auf 135 bis 140 Mandate im 250 Sitze umfassenden Parlament und damit auf eine absolute Mehrheit. Sein Bündnis Vereinigtes Serbien (SNS) liege nur bei 110 Sitzen und müsse künftig in die Opposition. Auch die Wahlbeobachter von CeSID und CRTA bestätigten den klaren Vorsprung der Herausforderer. Bei einem Auszählungsstand von 56 Prozent meldete CeSID 139 Mandate für die Studentenliste und 104 für die SNS.

Jubel in Belgrad

In der Hauptstadt Belgrad feierten viele Menschen noch am Abend auf den Straßen. Autokorsos fuhren hupend durch die Stadt, im Zentrum versammelten sich vor allem junge Menschen zu spontanen Feiern. Die Studentenliste kommentierte den Machtwechsel auf X mit den Worten, Serbien sei frei. Zuvor hatten Umfragen noch ein enges Rennen zwischen beiden Lagern erwarten lassen.

Rekordandrang an den Urnen

Auch die Beteiligung setzte ein starkes Zeichen: Schon vor Schließung der Wahllokale war klar, dass so viele Menschen abstimmten wie seit dem Zerfall Jugoslawiens 1992 nicht mehr. Laut CRTA lag die Beteiligung bis 19.00 Uhr bei 67,6 Prozent, insgesamt dürfte sie über 70 Prozent steigen.

  • Rund 6,45 Millionen Menschen waren wahlberechtigt
  • 18 Listen traten zur Wahl an
  • Keine weitere Partei schaffte laut Vucic den Einzug ins Parlament

Großer Andrang wurde nicht nur in Serbien selbst gemeldet, sondern auch in der Diaspora. Selbst vor dem serbischen Konsulat in Wien bildeten sich lange Schlangen. Erste internationale Reaktionen kamen noch am Abend, darunter Glückwünsche aus Montenegro und Ungarn.

Quelle: ORF