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Sport29. Juli 2026, 17:00 Uhr · von Redaktion

Streit um Fifa-Milliarden

Die Fifa will kommerzielle Rechte an WM-Turnieren über eine neue Tochtergesellschaft für Investoren öffnen und damit mehr als 4 Milliarden Dollar einnehmen. Kritiker sehen darin keinen Schritt zur Demokratisierung, sondern noch mehr Macht für reiche Netzwerke.

Streit um Fifa-Milliarden

Die Fifa plant den nächsten grossen Umbau ihres Geschäftsmodells: Über eine neue Tochtergesellschaft sollen private Investoren an den WM-Turnieren beteiligt werden. Ziel ist es, zusätzliche Erlöse zu schaffen – laut den vorliegenden Plänen geht es um mehr als vier Milliarden Dollar. Fifa-Präsident Gianni Infantino verkauft das Vorhaben als Hilfe für kleinere Verbände. Doch genau daran gibt es erhebliche Zweifel.

Mehr Geld – aber für wen?

Der Berliner Sportjournalist Ronny Blaschke hält das Argument, den Weltfussball breiter zu fördern, zwar grundsätzlich für nachvollziehbar. Gleichzeitig verweist er darauf, dass in Infantinos Machtgefüge vor allem wirtschaftlich starke oder politisch einflussreiche Staaten eine zentrale Rolle spielen. Genannt werden dabei die USA, Saudi-Arabien und Katar. Für Blaschke profitieren hinter den wohlklingenden Ankündigungen oft Akteure, denen es ohnehin nicht an Einfluss oder Kapital mangelt.

Besonders kritisch sieht er die Art, wie die Fifa den Umbau vorantreibt. Die 211 Mitgliedsverbände seien an den Entscheidungen kaum beteiligt. Eine wichtige Rolle spielen laut dem Bericht die USA: Die Grossbank J.P. Morgan soll nach passenden Geldgebern suchen. Als Interessent wird unter anderem die Investmentholding Thrive Eternal genannt, die dem Milliardär Joshua Kushner zugerechnet wird.

Wachsende Kritik aus Europa

Widerstand kommt bereits aus der Uefa. Deren Präsident Aleksander Čeferin sieht mit den Plänen eine rote Linie überschritten. Dennoch fällt auf, dass von Europas Topklubs bislang wenig zu hören ist. Ein möglicher Grund: Der US-Markt gilt für die grossen Ligen als besonders lukrativ. Wer sich mit diesem Netzwerk anlegt, riskiert wirtschaftlich viel.

  • Die Fifa will Teile ihrer kommerziellen Turnierrechte öffnen.
  • Im Raum stehen Einnahmen von mehr als vier Milliarden Dollar.
  • Kritiker bemängeln fehlende Transparenz und geringen Einfluss der Verbände.

Blaschke geht deshalb nicht davon aus, dass die europäische Kritik Infantino ernsthaft gefährdet. Seine Machtbasis liegt vor allem in Afrika, Nord- und Mittelamerika sowie in Asien. Im kommenden Jahr will er sich in Marokko erneut zum Fifa-Präsidenten wählen lassen – in einem Land, das auch zu den Gastgebern der WM 2030 gehört.

Foto: Wikimedia Commons / United Nations Office on Drugs and Crime, CC BY 2.0