Steinmeier sagt Paris adieu
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist zum Abschiedsbesuch nach Paris. Mit Emmanuel Macron setzt er in schwierigen Zeiten ein Signal, obwohl es zwischen Deutschland und Frankreich zuletzt politische Reibungen gab.

Foto: Wikimedia Commons / Ahmet Düz, Dreiländer- & Oberrheinfotograf, CC BY-SA 4.0
Frank-Walter Steinmeier reist in dieser Woche zu einem besonders aufgeladenen Besuch nach Paris: Für den Bundespräsidenten ist es einer der letzten großen Auslandsauftritte vor seinem Ausscheiden im März 2027. Auch für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist das Treffen von Abschiedsstimmung geprägt, denn seine Amtszeit endet nach der Präsidentschaftswahl im April.
Viel Symbolik zum Abschied
Aus dem Bundespräsidialamt wird die Reise als Ermutigung in schwierigen Zeiten beschrieben. Zwischen Steinmeier und Macron gilt das Verhältnis seit Jahren als gut. Entsprechend feierlich fällt das Programm aus: In Paris sind unter anderem ein Empfang am Arc de Triomphe und ein Besuch im Panthéon geplant – ein Ort, zu dem nur selten ausländische Staatsoberhäupter eingeladen werden.
Doch hinter den starken Bildern steckt auch ein bekanntes Problem: Die deutsch-französische Partnerschaft glänzte zuletzt oft mit Symbolen, tat sich bei konkreten Vorhaben aber schwer. Besonders deutlich wurde das beim gestoppten Kampfjet-Projekt FCAS, das im Sommer 2026 offiziell beendet wurde.
Streitpunkte – und neue Chancen
Aus der politischen Delegation kommt deshalb auch Kritik. Grünen-Chefin Franziska Brantner sagt, durch das Ende von FCAS sei viel beschädigt worden. Politikwissenschaftler Jacob Ross spricht auf französischer Seite sogar von einer grundlegenden Enttäuschung. Nach dem Regierungswechsel in Deutschland 2025 habe es zunächst Hoffnungen auf einen gemeinsamen europäischen Aufbruch gegeben.
Ganz ohne Perspektive ist die Reise aber nicht. Am Freitag geht es für die Delegation nach Bordeaux, wo unter anderem ein Raumfahrt-Start-up und weitere Forschungseinrichtungen auf dem Programm stehen. Gerade in Feldern wie Sicherheit, Verteidigung und Spitzentechnologie sehen Beobachter neue Möglichkeiten für engere Zusammenarbeit.
- Donnerstag: Stationen in Paris mit symbolträchtigen Terminen
- Freitag: Besuch von Forschungseinrichtungen in Bordeaux
- Im Fokus: Sicherheit, Verteidigung, Raumfahrt und Technologie
Der Besuch ist damit mehr als nur ein höflicher Abschied. Er ist auch der Versuch, die deutsch-französische Achse zu stabilisieren, bevor in beiden Ländern neue politische Phasen beginnen.
Quelle: Tagesschau