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Politik30. Oktober 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Steinmeier drängt China

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Peking faire Handelsbedingungen von China gefordert. Das deutsche Defizit im Handel mit der Volksrepublik lag 2025 bei rund 90 Milliarden Euro.

Steinmeier drängt China

Foto: Prensa Presidencial, Gobierno de Chile / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 cl

Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in Peking den wunden Punkt der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen offen angesprochen: das massive Handelsungleichgewicht. Beim Treffen mit Staatschef Xi Jinping warb der Bundespräsident für enge Beziehungen, machte aber klar, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit für beide Seiten dauerhaft sinnvoll sein müsse.

Hintergrund ist ein deutliches Minus aus deutscher Sicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Handelsbilanzdefizit mit China im Jahr 2025 bei rund 90 Milliarden Euro. Chinesische Warenexporte nach Deutschland erreichten etwa 170 Milliarden Euro, während Deutschland Güter im Wert von 81,3 Milliarden Euro nach China lieferte. Nach der Unterbrechung in der Corona-Zeit ist China inzwischen wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands.

Handel und Ordnung im Fokus

Steinmeier beließ es in Peking aber nicht bei der Wirtschaft. Er verwies auch auf die gewachsene Rolle Chinas in der Welt und betonte die gemeinsame Verantwortung beider Länder für stabile internationale Regeln. Aus seiner Sicht steht die bestehende Ordnung weltweit unter Druck, weil an vielen Orten Regeln missachtet und Machtinteressen in den Vordergrund gestellt würden.

Zugleich forderte der Bundespräsident, China solle helfen, aktuelle Konflikte einzudämmen und Kriege zu verhindern. Dabei nannte er ausdrücklich die Krisen in der Ukraine, im Sudan und im Mittleren Osten. Vor seinem Gespräch mit Xi hatte Steinmeier bereits Ministerpräsident Li Qiang getroffen.

Xi wirbt für Zusammenarbeit

Auch Xi setzte in dem Austausch auf kooperative Töne. Er sprach sich für stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit aus und warb für ein Modell, das auf Gleichberechtigung, gegenseitigem Nutzen und strategischer Stabilität beruhen soll.

  • Treffen mit Xi Jinping in Peking
  • Deutsches Handelsdefizit 2025: rund 90 Milliarden Euro
  • Abschluss von Steinmeiers viertägigem Staatsbesuch in China

Mit den politischen Gesprächen in der chinesischen Hauptstadt endete der viertägige Staatsbesuch des Bundespräsidenten. Die Botschaft zum Abschluss: Deutschland will den engen Austausch mit China fortsetzen, erwartet dabei aber mehr Fairness im Handel und mehr Verantwortung in internationalen Krisen.

Quelle: Tagesschau