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Sport13. September 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Skate-Mythos rollt weiter

Das Rolling Rock in Aarau gehört seit 1996 zu den Pionieren der Schweizer Indoor-Szene. Während Skateboarden in den 90ern als Freiheits-Symbol boomte, hat sich die einst rebellische Kultur heute stark verändert.

Skate-Mythos rollt weiter

Foto: Full Circle, Electronic Arts / Wikimedia Commons, Public domain

Was heute in vielen Städten mit festen Anlagen und Kursangeboten ganz selbstverständlich wirkt, war früher oft ein Reizthema: Skateboarder nutzten Geländer, Bänke und Randsteine als Bühne für ihre Tricks. Gerade in den 1990er-Jahren bekam die Szene in der Schweiz kräftigen Rückenwind. Für viele war Skateboarden damals mehr als Sport – es stand für Freiheit, Eigenständigkeit und einen klaren Gegenentwurf zum Gewöhnlichen.

Eine prägende Figur dieser Zeit ist Jim Zbinden, Gründer des Skateboard Museums in Genf. Er begann 1977 mit dem Skateboarden und bezeichnet die 90er als die goldene Zeit der Szene. 1996 musste er nach einer schweren Fussverletzung mit dem Sport aufhören. Seine Einordnung zeigt, wie stark Skateboarding damals kulturell aufgeladen war – weit über den reinen Freizeitwert hinaus.

Ein Pionierprojekt in Aarau

Mitten in diesen Boom fällt auch die Gründung des Rolling Rock Aarau. Die damals 28-jährigen Simon Eichenberger und Thomas Georg starteten die Halle 1996 – zu einem Zeitpunkt, als sie zu den grössten Indoor-Skateparks der Schweiz zählte. Bemerkenswert dabei: Keiner der beiden Gründer war selbst tief in der Skate-Szene verwurzelt. Eichenberger sagt offen, dass Skateboarden nie wirklich seine Disziplin gewesen sei.

Das Rolling Rock setzte von Beginn an nicht nur auf Skateboarding, sondern auf ein breiteres Konzept. Der Skate-Bereich ist zwar bis heute das Herzstück, doch das Angebot wurde laufend erweitert. Dazu gehören unter anderem:

  • ein Kletterbereich
  • ein Pumptrack im Aussenbereich
  • Inlineskate-Kurse für Erwachsene
  • ein Tanzraum
  • ein Parkour-Bereich
  • eine mietbare Beach-Volleyball-Halle
  • ein vergrösserter Trampolin-Bereich
  • Stand-up-Boards zur Miete samt Kursen auf der Aare

Von der Rebellion zum Freizeitangebot

Die Geschichte des Rolling Rock zeigt damit auch den Wandel der Skate-Kultur: vom oft misstrauisch beäugten Strassenphänomen hin zu einem etablierten Freizeit- und Sportangebot. Was einst als Störung im öffentlichen Raum galt, ist heute vielerorts organisiert, zugänglich und Teil einer grösseren Bewegungskultur. Aarau liefert dafür ein frühes und bis heute sichtbares Beispiel.

Quelle: SRF