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Politik25. Oktober 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Serbien stimmt massiv ab

Bei der Parlamentswahl in Serbien ist die Beteiligung deutlich höher als zuletzt. Bis 13 Uhr lag sie laut CRTA bei rund 41 Prozent, zugleich gibt es erneut Vorwürfe wegen Unregelmäßigkeiten in Wahllokalen.

Serbien stimmt massiv ab

Foto: Wikimedia Commons / Medija Centar Beograd, CC BY-SA 3.0

In Serbien deutet vieles auf eine ungewöhnlich starke Mobilisierung bei der Parlamentswahl hin. Nach Angaben des unabhängigen Wahlbeobachtungsinstituts CRTA hatten bis 13 Uhr bereits rund 41 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Bei der vorherigen Parlamentswahl lag der Wert zum gleichen Zeitpunkt nur bei 26 Prozent. Vor allem in Belgrad bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen.

Studenten setzen auf Wechsel

Ein möglicher Grund für den Andrang: die Studentenprotestbewegung. Sie tritt mit einer unabhängigen Liste aus 250 Expertinnen und Experten an, darunter Professoren sowie Vertreter verschiedener Berufe und der Zivilgesellschaft. Gerade in der Innenstadt von Belgrad waren vor vielen Wahllokalen offenbar besonders viele Unterstützer dieser Liste unterwegs. Unter den Wählern herrscht bei vielen die Hoffnung, dass es diesmal tatsächlich zu einem politischen Wandel kommen könnte.

Doch Präsident Aleksandar Vucic hat weiter eine treue Basis. Seine Anhänger verbinden mit ihm vor allem Stabilität und Sicherheit. Einige Wähler verwiesen darauf, dass sich das Land aus ihrer Sicht unter seiner Führung weiterentwickelt habe. Auch beim Thema EU-Beitritt sehen Vucic-Unterstützer die Verantwortung nicht allein in Serbien.

Neue Beobachter, alte Vorwürfe

Überschattet wird die Abstimmung erneut von Manipulationsvorwürfen. Bei früheren Wahlen gab es in Serbien immer wieder massive Kritik wegen möglicher Eingriffe und Betrugs. Diesmal konnten die Studenten in jedes Wahllokal eigene Beobachter schicken. Dadurch steht der Ablauf deutlich stärker unter Kontrolle als bei früheren Urnengängen.

  • Hohe Beteiligung schon am frühen Nachmittag
  • Studentische Liste mit 250 Fachleuten am Start
  • Vorwürfe wegen möglicher Verstöße gegen das Wahlgeheimnis

Ein Wahlbeobachter der studentischen Liste berichtete aus einer Grundschule im Zentrum Belgrads von Unregelmäßigkeiten. Demnach hätten Wähler ihre Stimmzettel fotografiert. Nach seiner Darstellung sei die Polizei informiert worden, habe aber nicht eingegriffen. Genau solche Vorfälle dürften entscheidend dafür sein, wie glaubwürdig dieses Wahlergebnis am Ende wahrgenommen wird.

Quelle: Tagesschau