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Promis25. Juli 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Schoko-Kampf trifft Lindt hart

Schokolade bleibt in der Schweiz ein Renner, doch in Europa setzt Lindt & Sprüngli der Preisdruck zu. Weil der Konzern seine Preise langsamer senkte als andere, ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 in Europa zurück.

Schoko-Kampf trifft Lindt hart

Die Schweiz liebt Schokolade: Im Schnitt essen die Menschen hierzulande laut SRF rund 11 Kilogramm pro Kopf und Jahr – ein internationaler Spitzenwert. Doch nach den heftigen Ausschlägen beim Kakaopreis ist aus dem süßen Genuss für viele Käufer auch eine Preisfrage geworden. Zwar ist Kakao inzwischen wieder günstiger geworden, bei der Schokolade kamen sinkende Preise aber nicht überall gleich schnell an.

Europa reagiert empfindlich

Besonders deutlich zeigt sich das bei Lindt & Sprüngli. Der Konzern konnte dank seiner starken Marke lange hohe Preise durchsetzen, ohne dass die Nachfrage spürbar litt. Aktuell funktioniert das in Europa aber nur noch eingeschränkt. Weil das Unternehmen seine Preise langsamer reduzierte als Wettbewerber, griffen viele Kundinnen und Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu anderen Produkten oder kauften weniger.

Die Folgen sind bereits sichtbar: Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz von Lindt & Sprüngli in Europa. Konzernchef Adalbert Lechner räumte ein, dass die Preisaufschläge in Nordamerika und anderen Weltregionen deutlich besser akzeptiert worden seien als auf dem europäischen Markt. Gerade das wichtige Ostergeschäft sei schwächer gelaufen als erwartet.

Jetzt sollen Preise gezielt sinken

Als Reaktion will der Hersteller nun dort gegensteuern, wo die Nachfrage besonders stark nachgelassen hat. Betroffen sind laut Unternehmen vor allem Märkte mit den größten Mengenrückgängen.

  • gezielte Preisanpassungen bei einzelnen Produkten
  • Fokus auf besonders schwache Märkte
  • dazu zählen auch Deutschland und die Schweiz

Ein Analyst von Vontobel spricht von einer echten Gratwanderung: Im deutschsprachigen Raum reagierten viele Verbraucher sensibel auf schwankende Schokoladenpreise, während Kundschaft in Nordamerika oder Asien weiterhin bereit sei, für Premium-Produkte mehr auszugeben. Ganz verschwinden dürfte das höhere Preisniveau aber nicht. Lechner machte deutlich, dass Schokolade nicht mehr auf das Niveau von vor fünf oder zehn Jahren zurückkehren werde.