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Sport31. Juli 2026, 17:04 Uhr · von Redaktion

Schach-Löwinnen ohne Aufstieg?

In Großbritannien sorgt eine Liga-Regel für Kritik: Das einzige rein weibliche Schachteam des Landes müsste nach dem Aufstieg in die höchste 4NCL-Klasse einen Mann in den Kader holen. Die Spielerinnen lehnen das ab.

Schach-Löwinnen ohne Aufstieg?

Ein Erfolg sorgt in Großbritannien plötzlich für Streit: Das einzige rein weibliche Schachteam des Landes hat den Sprung nach oben geschafft – und steht nun vor einer heiklen Hürde. Die "Lionesses" der Organisation She Plays to Win sind in die höchste Spielklasse der Four Nations Chess League (4NCL) aufgestiegen. Doch ausgerechnet dort dürfen sie in ihrer bisherigen Form nicht antreten.

Regel soll Frauen fördern – und bremst sie nun aus

Der Grund ist eine Ligaregel, die auf den ersten Blick nach Ausgleich klingt: In der obersten 4NCL-Division treten Teams mit acht Spielerinnen und Spielern an, vorgeschrieben sind dabei mindestens eine Frau und ein Mann im Kader. In der zweiten Liga ist das Geschlecht dagegen nicht entscheidend. Dort gilt nur, dass ein Teammitglied jünger als 18 Jahre sein muss.

  • Oberste 4NCL-Klasse: achtköpfige Teams
  • Pflicht in der höchsten Liga: mindestens ein Mann und eine Frau
  • Zweite Division: Geschlecht egal, ein Teammitglied muss unter 18 sein

Für She Plays to Win ist genau das der Knackpunkt. Die Spielerinnen wollen keine ihrer stärksten Schachspielerinnen für einen Mann aus dem Kader nehmen. Aus ihrer Sicht würde das nicht nur den besonderen Zusammenhalt des Teams beschädigen, sondern auch das falsche Signal senden. Gründerin Lorin D’Costa kritisierte, dass die "Lionesses" ihren Aufstieg hart erarbeitet hätten und nun genau das verlieren sollten, was sie auszeichne.

Ligachef verteidigt den gemischten Modus

Von der 4NCL kommt dagegen Widerspruch. Mike Truran verwies darauf, dass die höchste Spielklasse seit der Gründung 1994 immer als gemischter Wettbewerb organisiert worden sei. Aus Sicht der Liga gehört also gerade die Besetzung mit Männern und Frauen zum Grundprinzip des Formats.

Die Debatte trifft einen Bereich, in dem Frauen ohnehin deutlich unterrepräsentiert sind. Laut offizieller Weltrangliste des Schach-Weltverbands FIDE liegt ihr Anteil bei nur elf Prozent. Genau deshalb wirkt der Fall der "Lionesses" für viele besonders brisant: Eine Regel, die mehr Frauen im Schach ermöglichen sollte, könnte nun ausgerechnet ein erfolgreiches Frauenteam ausbremsen.