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Politik13. Oktober 2026, 07:00 Uhr · von Redaktion

Satelliten-Krimi im All

Ein mutmaßlicher chinesischer Spionagesatellit hat sich laut Recherchen in die Nähe eines Inmarsat-Satelliten bewegt, den auch die Bundeswehr nutzt. Sicherheitskreise befürchten, dass vertrauliche Kommunikation in rund 36.000 Kilometern Höhe ausgespäht werden soll.

Satelliten-Krimi im All

Im geostationären Orbit bahnt sich offenbar ein heikler Zwischenfall an: Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung hat sich ein mutmaßlich chinesischer Spionagesatellit in die Nähe eines Satelliten des britischen Betreibers Inmarsat manövriert. Brisant daran: Diesen Satelliten nutzt nach den Berichten auch die Bundeswehr für ihre Kommunikation.

Der Vorgang spielt sich in rund 36.000 Kilometern Entfernung von der Erde ab. In Sicherheitskreisen wird demnach befürchtet, dass die Annäherung dem Abfangen sensibler Kommunikation dienen könnte. Beobachtet worden seien die Manöver offenbar bereits seit einigen Monaten. Öffentlich bekannt war der Fall bislang nicht.

Warnung an Kunden

Inmarsat betreibt gemeinsam mit seiner Mutterfirma Viasat eine Flotte aus mehr als einem Dutzend Satelliten. Dazu zählen vor allem geostationäre Systeme, die sich synchron zur Erdrotation bewegen. Die Bundeswehr setzt neben eigenen Satelliten auch auf solche kommerziellen Anbieter, um ihren Datenverkehr abzusichern. Auch die Ukraine gehört laut Bericht zu den Nutzern.

Nach Informationen der Rechercheure sollen Kunden von Inmarsat vor wenigen Tagen dazu geraten worden sein, ihre Funkfrequenzen zu wechseln. Damit sollte ein möglicher Lauschangriff erschwert werden. Fachleute erklärten allerdings im Hintergrund, dass dies wohl nur begrenzt helfen dürfte, weil der chinesische Satellit in seiner aktuellen Position offenbar ein breites Frequenzspektrum erfassen kann.

Bestätigung aus Frankreich

Offiziell halten sich die Beteiligten bedeckt. Viasat äußerte sich demnach nicht zu einer Anfrage. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums verwies auf militärische Sicherheitsgründe und wollte sich weder zu konkreten Beobachtungen noch zu möglichen Bedrohungen der eigenen oder verbündeten Weltrauminfrastruktur äußern. Das Weltraumkommando der Bundeswehr beobachte die Lage nach eigenen Angaben fortlaufend.

  • Betroffen ist ein Inmarsat-Satellit
  • Auch die Bundeswehr nutzt das System
  • Die Annäherung wurde laut Bericht von Aldoria bestätigt

Bestätigung kommt laut den Recherchen vom französischen Raumfahrtunternehmen Aldoria. Die Firma ist auf die Beobachtung von Satelliten spezialisiert und arbeitet unter anderem mit der französischen Raumfahrtagentur sowie dem Weltraumkommando des französischen Militärs zusammen.

Quelle: Tagesschau