Rybar-Gründer in Montenegro festgenommen
Der russische Militärblogger Michail Swintschuk, Gründer des Telegram-Kanals Rybar mit 1,5 Millionen Abonnenten, ist in Montenegro festgenommen worden. Die Regierung in Podgorica spricht von einer erfolgreichen Operation und warnt vor hybriden Aktionen.

Foto: Milica Buha / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
In Montenegro ist der russische Militärblogger Michail Swintschuk festgenommen worden. Das erklärte Ministerpräsident Milojko Spajic auf X, nannte den Betroffenen selbst aber nicht beim Namen. Der Telegram-Kanal Rybar bestätigte anschließend, dass es sich um seinen Gründer handelt.
Nach Angaben von Rybar soll Swintschuk gemeinsam mit weiteren Personen legal in dem Adriastaat eingereist sein. Das russische Außenministerium teilte laut der staatlichen Agentur TASS mit, man versuche nun über die Botschaft in Podgorica die Hintergründe der Festnahme zu klären. Auch Ex-Präsident Dmitri Medwedew reagierte bereits und sprach von einer möglichen Ausweitung des Drucks auf russische Staatsbürger.
Festnahme in der Bucht von Kotor
Medienberichten zufolge wurden Swintschuk, seine Frau und drei weitere russische Staatsbürger in Risan in der Bucht von Kotor festgenommen. Demnach soll er dort zu Dreharbeiten gewesen sein. Worin die konkreten Vorwürfe bestehen, haben die Behörden in Montenegro bisher nicht öffentlich gemacht.
Spajic bezeichnete den Zugriff als erfolgreiche Operation. Zugleich verwies er darauf, dass seine Regierung wiederholt vor hybriden Aktionen und Versuchen zur Destabilisierung gewarnt habe. Diese könnten darauf abzielen, den proeuropäischen Kurs des Landes zu stören. Montenegro gilt unter den Westbalkan-Staaten als besonders aussichtsreicher Kandidat für einen baldigen EU-Beitritt.
Große Reichweite, enge Kontakte
Swintschuk gilt als Unterstützer des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und steht auf mehreren westlichen Sanktionslisten. Sein Blog Rybar gehört zu den bekanntesten militärnahen Kanälen aus Russland und erreicht auf Telegram rund 1,5 Millionen Abonnenten.
- Rybar veröffentlicht täglich Berichte zum Krieg gegen die Ukraine
- Der Kanal berichtet auch über andere internationale Krisen
- Nach Angaben der Quelle verfügt das Projekt über enge Kontakte zur russischen Armee
Quelle: ORF