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Politik15. Oktober 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Proteste in Albanien eskalieren

In Albanien dauern die Proteste gegen Missstände an Hochschulen und gegen die Regierung den dritten Tag an. In Tirana und drei weiteren Städten gab es Ausschreitungen, fast 100 Polizisten wurden verletzt, mehr als 100 Menschen festgenommen.

Proteste in Albanien eskalieren

Foto: Sadik Kaceli / Wikimedia Commons, Public domain

Die Proteste gegen Albaniens Regierung haben sich weiter verschärft. In dem EU-Kandidatenland gehen junge Menschen inzwischen den dritten Tag in Folge auf die Straße. Auslöser sind Vorwürfe wegen schlechter Zustände an den Hochschulen, hoher Ausbildungskosten und fehlender Perspektiven nach dem Studium.

Besonders angespannt blieb die Lage in Tirana. Dort wollten Demonstrierende erneut in die Nähe des Bildungsministeriums gelangen. Die Polizei setzte nach Angaben aus dem Bericht Tränengas ein. Wegen der Gewalt auf den Straßen verschob das Parlament eine geplante Plenarsitzung vorsorglich auf kommende Woche.

Unruhen greifen auf weitere Städte über

Die Ausschreitungen beschränken sich nicht mehr nur auf die Hauptstadt. Auch in drei weiteren Städten kam es zu Protesten. In Korca sollen Demonstrierende Steine und Molotowcocktails auf Schulen geworfen haben. Weitere Kundgebungen wurden aus Durres und Lushnja gemeldet.

  • Proteste dauern seit drei Tagen an
  • Ausweitung von Tirana auf drei weitere Städte
  • Parlament vertagt Sitzung wegen der Sicherheitslage

Fast 100 verletzte Polizisten

Die Bilanz der vergangenen zwei Tage ist deutlich: In Tirana wurden laut Bericht fast 100 Polizisten verletzt, zudem nahm die Polizei mehr als 100 mutmaßliche Randalierer fest. Im Stadtzentrum wurden unter anderem eine Bank sowie Räume einer Universität verwüstet.

Politisch wird der Konflikt ebenfalls schärfer. Ministerpräsident Edi Rama machte die Opposition für die Proteste verantwortlich und warf ihr vor, Albaniens Weg in die EU behindern zu wollen. Auf der Straße fordern die Demonstrierenden dagegen nicht nur Reformen im Bildungsbereich, sondern auch den Rücktritt des Regierungschefs, der das Balkanland seit 2013 führt.

Quelle: ORF