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Sport18. August 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Petros rennt zu EM-Gold

Amanal Petros hat in Birmingham den Marathon-Titel bei der EM gewonnen. Der 31-Jährige lief in 2:09:11 Stunden ins Ziel und schrieb damit die schnellste Siegerzeit, die es bei einer EM je gab.

Petros rennt zu EM-Gold

Foto: Stefan Brending ( 2eight ) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de

Amanal Petros hat in Birmingham den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert: Der 31-Jährige gewann den Marathon bei der Europameisterschaft in 2:09:11 Stunden und holte damit seinen ersten großen internationalen Titel. Gleichzeitig war es die schnellste Siegerzeit, die bei einer EM jemals gelaufen wurde.

Der deutsche Langstreckenläufer machte das Rennen nach rund 25 Kilometern entscheidend. An einer Steigung erhöhte er das Tempo, riss die Spitzengruppe auseinander und lief anschließend allein vorneweg. Im Ziel betrug sein Vorsprung auf den Italiener Pietro Riva zwar nur sieben Sekunden, doch der Rennverlauf zeigte, wie kontrolliert Petros den Marathon über weite Strecken bestimmte.

Chaotische Anreise, starker Auftritt

Besonders bemerkenswert: Petros war erst einen Tag vor dem Rennen in Birmingham angekommen. Grund waren Probleme bei der Einreise ins Vereinigte Königreich. Berichten zufolge gab es Schwierigkeiten mit seiner elektronischen Einreisegenehmigung, der Deutsche Leichtathletik-Verband half bei der Klärung.

  • Anreise erst am Samstag, einen Tag vor dem Rennen
  • Vorbereitung monatelang im Höhentraining in Kenia
  • Anspruchsvoller Kurs mit Anstiegen und vielen Kurven

Die Strecke verlangte ihm alles ab. Acht Runden auf welligem Profil, dazu zahlreiche Richtungswechsel und insgesamt 120 Kurven: Für Petros war das eine echte Härteprüfung. Nach dem Rennen machte er deutlich, wie sehr ihn der Kurs körperlich mitgenommen hatte.

Eine Fluchtgeschichte hinter dem Triumph

Hinter dem EM-Gold steht auch eine bewegende Lebensgeschichte. Amanal Petros wurde in der eritreischen Hafenstadt Assab geboren und floh als Kind mit seiner Familie vor dem Krieg nach Tigray in Äthiopien. Mit 16 Jahren kam er allein nach Deutschland und wurde Anfang 2012 zunächst in Bielefeld als Asylbewerber untergebracht. Seine Mutter und seine beiden Schwestern blieben in Tigray.

Seine Goldmedaille widmete Petros seiner Mutter, die für ihn bis heute ein zentraler Halt ist. Gerade in schwierigen Phasen half ihm das Laufen, nicht aufzugeben. Nun ist aus dieser Geschichte ein weiterer Meilenstein geworden: EM-Gold in Birmingham für einen Athleten, der sich seinen Weg mit enormer Ausdauer erkämpft hat.

Quelle: DW Deutsch