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Musik & Film4. November 2026, 09:02 Uhr · von Redaktion

Panahi zeigt sich in Teheran

Der iranische Regisseur Dschafar Panahi ist in Teheran erstmals seit seiner Rückkehr öffentlich aufgetreten. Der preisgekrönte Filmemacher erschien bei einer Trauerfeier, obwohl zuletzt eine neue Haftstrafe gegen ihn bekannt wurde.

Panahi zeigt sich in Teheran

Foto: Wikimedia Commons / Siebbi, CC BY 3.0

Dschafar Panahi hat sich im Iran erstmals wieder öffentlich gezeigt. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur nahm am Dienstag in Teheran an der Trauerfeier für den früheren Fußballnationalspieler Hamid Alidoosti teil. Es ist der erste bekannte öffentliche Auftritt des Filmemachers seit seiner Rückkehr in den Iran.

Besondere Brisanz bekommt der Auftritt durch die jüngsten juristischen Entwicklungen: Erst vergangene Woche hatte Panahis Anwalt mitgeteilt, dass ein iranisches Gericht den Regisseur zu fünf Jahren Haft verurteilt habe. Bei der Trauerfeier war Panahi mit seiner markanten dunklen Sonnenbrille zu sehen.

Auch Taraneh Alidoosti anwesend

Unter den Trauergästen war auch Schauspielerin Taraneh Alidoosti, eine der bekanntesten Darstellerinnen des Landes. Sie erschien ohne Kopftuch. Alidoosti hatte bereits 2022 die landesweiten Proteste gegen die iranische Führung unterstützt und damals in Onlinediensten ein Foto ohne Kopftuch veröffentlicht. Auslöser der Proteste unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam.

Mehrere Verfahren gegen den Regisseur

Panahi war in diesem Jahr trotz des Iran-Krieges in seine Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben seines Anwalts laufen derzeit drei Verfahren gegen ihn. Bereits im Juni war seine Berufung gegen eine einjährige Haftstrafe abgewiesen worden. Diese Verurteilung war im Dezember in Abwesenheit wegen „Propaganda gegen den Staat“ erfolgt.

  • Im Mai 2025 reiste Panahi erstmals seit 15 Jahren wieder persönlich zum Filmfestival in Cannes.
  • Dort gewann er die Goldene Palme für „Ein einfacher Unfall“.
  • 2015 wurde er bei der Berlinale für „Taxi“ mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Mit den iranischen Behörden hatte Panahi schon mehrfach Konflikte. 2010 saß er fast drei Monate im Gefängnis, 2022 und 2023 weitere rund sieben Monate. Zudem galt für ihn über Jahre ein Berufs- und Ausreiseverbot.

Quelle: ORF