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Politik2. Oktober 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Pakistan greift Taliban an

Pakistan hat in der Nacht zum 1. Oktober Ziele in Afghanistan bombardiert. Während Kabul von bis zu zehn toten Zivilisten spricht, meldet Pakistan 22 getötete Militante – der Streit mit den Taliban eskaliert weiter.

Pakistan greift Taliban an

Foto: isafmedia / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Die Spannungen zwischen Pakistan und den Taliban haben einen neuen Höhepunkt erreicht. In der Nacht zum 1. Oktober griff Pakistan nach eigenen Angaben Ziele in Afghanistan an. Über die Opfer gehen die Darstellungen jedoch weit auseinander: Die Taliban sprechen von neun bis zehn getöteten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Pakistan wiederum erklärt, 22 Militante getötet sowie Waffen- und Munitionslager zerstört zu haben.

Neue Eskalation nach Anschlägen

Die jüngste Gewaltwelle begann Mitte September nach einer Phase relativer Ruhe. Auslöser waren schwere Angriffe auf pakistanische Sicherheitskräfte. Besonders folgenschwer war ein Anschlag am 18. September auf einen Polizeikomplex in Kohat im Nordwesten Pakistans. Dabei wurden 31 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Zu der Tat bekannte sich eine Splittergruppe der pakistanischen Extremistenorganisation TTP.

Islamabad wirft Afghanistan erneut vor, der TTP Rückzugsräume zu gewähren. Die Taliban-Regierung in Kabul weist das zurück. Auf die Vorwürfe folgten Luftangriffe und Gefechte an der Grenze.

Warum aus Verbündeten Gegner wurden

Die Tehrik-i-Taliban-Pakistan (TTP) ist zwar nicht identisch mit den afghanischen Taliban, steht ihnen aber ideologisch und personell nahe. Viele TTP-Kämpfer waren während des Aufstands gegen internationale Truppen an der Seite der Taliban aktiv. Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 hat die TTP laut dem Bericht mehr Spielraum bekommen – für Pakistan ist das zu einem wachsenden Sicherheitsproblem geworden.

  • Pakistan verlangt seit langem ein Vorgehen der Taliban gegen die TTP.
  • Die engen persönlichen und historischen Verbindungen erschweren Kabul diesen Schritt.
  • Zugleich verschärft der alte Streit um die Durand-Linie die Lage zusätzlich.

Damit wird immer deutlicher: Pakistans frühere Hoffnung, über die Unterstützung der Taliban Einfluss auf Afghanistan zu sichern, ist nicht aufgegangen. Statt eines berechenbaren Nachbarn sieht sich Islamabad heute an der Grenze mit einer immer unsichereren Lage konfrontiert.

Quelle: DW Deutsch