ÖSV greift nach der Ski-Krone
Zum Weltcup-Start in Sölden gibt sich der österreichische Skiverband angriffslustig. Während die Spitze den Angriff auf die Schweiz ausruft, bremsen Athleten mit Blick auf Marco Odermatt und Swiss-Ski die Erwartungen.

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Zum Saisonauftakt in Sölden setzt der österreichische Skiverband auf große Bilder und noch größere Ansagen. Auf mehr als 3000 Metern Höhe, mit Champagner und James-Bond-Kulisse am Gaislachkogel, wurde vor dem ersten Rennen der Winter zum Angriff geblasen. Die Botschaft ist klar: Österreich will die Dominanz der Schweizer im Ski-Weltcup endlich durchbrechen.
Große Worte aus der Verbandsspitze
Vor allem von oben kommen ungewohnt offensiv formulierte Ziele. ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober zeigte sich überzeugt, dass Österreich wieder zur Skination Nummer eins werden kann. Auch Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer ließ keinen Zweifel daran, dass sein Team in allen Disziplinen Fahrer habe, die Rennen gewinnen sollen. Nach Jahren im Schatten der Schweiz wirkt der Ton im Verband deutlich kämpferischer als zuletzt.
Die Athleten selbst schlagen allerdings leisere Töne an. Marco Schwarz, einer der wichtigsten Hoffnungsträger, verweist auf die enorme Klasse von Marco Odermatt. Besonders beeindruckend: Odermatt gehört laut Schwarz gleich in drei Disziplinen zur Spitze. Im vergangenen Weltcupwinter holte Swiss-Ski 9110 Punkte, davon entfielen 1626 allein auf Odermatt – ein Wert, der die Kräfteverhältnisse eindrucksvoll erklärt.
Respekt vor der Schweizer Breite
Auch im Teamvergleich sehen die Österreicher derzeit Vorteile bei den Schweizern. Stefan Brennsteiner hält das Ziel, die Eidgenossen vom Thron zu stoßen, zwar grundsätzlich für richtig, nennt es aktuell aber schwierig. Schwarz sagt offen, dass praktisch jeder ÖSV-Fahrer in jedem Rennen fast perfekt liefern müsse, um mit der Schweizer Mannschaft mitzuhalten.
- Ort des Auftakts: Sölden am Gaislachkogel
- ÖSV-Ziel: Schweiz im Weltcup angreifen
- Schweizer Trumpf: Marco Odermatt und die starke Teamtiefe
Ganz ungebremst ist die Euphorie selbst in der Verbandsführung nicht. Alpin-Chef Christian Mitter verwies darauf, dass ein Großteil der Fahrer derzeit keine realistische Siegchance habe. Genau diese fehlenden Topresultate kosten am Ende Punkte im Nationencup. Während also manche schon vom großen Gegenschlag träumen, bleibt die Lage im ÖSV vor allem eines: ambitioniert, aber noch lange nicht gelöst.
Quelle: aargauerzeitung