ÖSV-General bremst nicht
Jan Überall ist seit September neuer Generalsekretär des ÖSV und schon voll im Einsatz. Der 38-Jährige sieht den Verband stabil aufgestellt, warnt aber vor neuen Herausforderungen und schaut kritisch auf die Finanzlage der FIS.

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Jan Überall ist erst seit September neuer Generalsekretär des ÖSV, doch der 38-Jährige ist bereits an allen Fronten gefragt. Der Kitzbüheler, der zuvor als Generalsekretär des Kitzbüheler Ski Clubs die Hahnenkammrennen mitorganisierte, absolviert aktuell einen Termin nach dem anderen. Zuletzt präsentierte er in Pasching mit Colmar und 4F zwei neue Ausstatter für Österreichs Skifahrer und Skispringer.
Start mit klarer Bedingung
Interessant: Überall hat sich nach eigenen Angaben nicht aktiv um den Spitzenjob bemüht. Vielmehr sei er für die Aufgabe angesprochen worden. Den Ausschlag für seine Zusage gab am Ende auch eine persönliche Bedingung: Er wollte nur dann antreten, wenn seine Bestellung einstimmig erfolgt. Dass er dafür seine starke Position in Kitzbühel aufgab, war für ihn zunächst alles andere als selbstverständlich.
Seine ersten Wochen beschreibt Überall als intensiv. Zwischen Sponsorenterminen, politischen Gesprächen und internen Abstimmungen bleibe derzeit wenig ruhige Arbeitszeit. Gleichzeitig übernimmt er einen Verband, den er als stabiles Umfeld einschätzt. Gerade das sei aber kein Grund, sich zurückzulehnen: Am Ende werde auch der Verband daran gemessen, wie erfolgreich die Athletinnen und Athleten auftreten.
Alpin und Springen tragen den Verband
Besonders deutlich wird Überall beim Blick auf die Struktur des ÖSV. Nicht jede Sparte sei wirtschaftlich gleich stark, trotzdem wolle man möglichst breit aufgestellt bleiben.
- Ski Alpin und Skispringen bringen finanziell den größten Ertrag
- Andere Sparten sind wirtschaftlich deutlich schwieriger
- Trotzdem soll Förderung weiter möglich bleiben, solange sie leistbar ist
Auch zur angespannten Lage beim Weltverband FIS bezieht der neue ÖSV-General Stellung. Die jüngst veröffentlichten Zahlen hätten im ÖSV niemanden völlig überrascht. Man habe schon länger darauf hingewiesen, dass frühere Entscheidungen finanziell problematisch werden könnten. Positiv bewertet Überall, dass die neue Führung nun transparenter arbeite. Für ihn ist die aktuelle Situation ein Warnsignal – aber noch kein hoffnungsloser Fall.
Quelle: kurier