Olympia-Kampf um Deutschlands Ticket
Der DOSB entscheidet am Samstag, ob Berlin, München oder Köln-Rhein/Ruhr als deutscher Bewerber für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 antritt. Vor allem München und Berlin stehen dabei im Fokus.

Foto: Sandro Halank , Wikimedia Commons / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Deutschland will wieder Olympische Sommerspiele ins Land holen. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB fällt am Samstag die Entscheidung, mit welcher Stadt oder Region Deutschland in den Rennen um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 geht. Zur Wahl stehen Berlin, München und Köln-Rhein/Ruhr.
München setzt auf kurze Wege
In München läuft die Bewerbung unter dem Motto „Für Spiele mit Herz und Seele“. Das Konzept baut stark auf vorhandene Sportstätten und den Olympiapark von 1972 als Zentrum. Nach Angaben der Bewerbung liegen rund 90 Prozent der Wettkampforte weniger als 30 Kilometer vom Olympischen Dorf entfernt. Neue Arenen sollen nur in wenigen Fällen entstehen, stattdessen sind auch temporäre Anlagen an markanten Orten der Stadt geplant.
- Olympiapark von 1972 als Kern des Konzepts
- Rund 90 Prozent der Stätten im Nahbereich
- Kaum Neubauten vorgesehen
Rückenwind gibt es in München nicht nur aus der Politik. Oberbürgermeister Dominik Krause sieht die Stadt gut aufgestellt. Auch in der Bevölkerung bekam die Bewerbung Unterstützung: Bei einem Bürgerentscheid votierten 66,4 Prozent für einen Olympia-Anlauf.
Berlin ringt mit Kritik und Geschichte
Deutlich schwieriger ist die Lage in Berlin. Die Bewerbung „Berlin+“ stößt auf spürbaren Widerstand. Elif Eralp, Berliner Vorsitzende der Linken, sprach von „Steuergeld-Verschwendung“. Auch die Grünen, die als möglicher Koalitionspartner gelten, lehnen eine Bewerbung ab.
Zusätzlichen Zündstoff liefert das mögliche Austragungsjahr 2036. Kritiker erinnern an die Berliner Spiele von 1936, die vom NS-Regime für Propaganda genutzt wurden. Befürworter halten dagegen, dass ein Olympia in diesem Jahr gerade ein Zeichen für ein demokratisches und offenes Deutschland setzen könnte.
Quelle: DW Deutsch