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Politik4. Oktober 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Nordkorea testet KI-Rakete

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine Mittelstreckenrakete getestet, die mit Künstlicher Intelligenz ihre Flugbahn anpassen kann. Das Geschoss soll von der Ostküste aus ein Ziel in rund 1.000 Kilometern Entfernung im Meer getroffen haben.

Nordkorea testet KI-Rakete

Foto: Die russische Staatsduma / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine neue Mittelstreckenrakete erprobt, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ihre Flugbahn verändern kann. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, wurde das Geschoss am Samstag von der Ostküste gestartet und traf ein Ziel im Meer in einer Entfernung von 1.000 Kilometern.

Laut Kim Yo-jong, der Schwester von Machthaber Kim Jong-un, kann die Rakete ihre Bahn in niedriger Höhe anpassen. Der Test habe demnach dazu gedient, Truppen im Umgang mit einem Hyperschall-Waffensystem zu schulen. Das südkoreanische Militär hatte zunächst von einer Reichweite von mehr als 700 Kilometern gesprochen.

Seoul reagiert mit Krisensitzung

Nach Angaben des Generalstabs in Seoul wurde die ballistische Rakete aus dem Raum Wonsan in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Als Reaktion berief das südkoreanische Präsidialamt eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Zudem verstärkte das Militär seine Überwachung und kündigte einen engeren Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA und Japan an.

  • Startgebiet laut Südkorea: Raum Wonsan
  • gemeldete Flugweite aus Seoul: mehr als 700 Kilometer
  • Angabe aus Pjöngjang: Treffer eines Ziels in 1.000 Kilometern Entfernung

Experten verweisen auf Russland

Fachleute halten es für möglich, dass Nordkorea seine Raketentechnik mit russischer Hilfe schneller ausbaut. Als möglicher Hintergrund wird ein Austausch gegen die Entsendung nordkoreanischer Truppen für den Krieg gegen die Ukraine genannt. Zugleich mahnen Experten zur Vorsicht: Für eine belastbare Einschätzung der tatsächlichen Fähigkeiten der Rakete sei es noch zu früh.

Die neue Eskalation kommt in einer Phase ohnehin verschärfter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Erst kurz vor dem Start hatte Kim Yo-jong Forderungen aus Seoul nach einer Entschuldigung wegen nordkoreanischer Minen zurückgewiesen. Bei einem Aufklärungseinsatz in der entmilitarisierten Zone waren dadurch zwei südkoreanische Soldaten schwer verletzt worden.

Quelle: sn