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Politik8. Oktober 2026, 11:01 Uhr · von Redaktion

Nord-Stream-Prozess startet

Vor dem Hamburger Oberlandesgericht beginnt in Kürze der Prozess gegen den Ukrainer Serhii K. Ermittler sehen mehrere Indizien dafür, dass er das Kommando hinter der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 angeführt haben soll.

Nord-Stream-Prozess startet

Foto: Vuo / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines rückt der Prozessauftakt näher: Vor dem Oberlandesgericht Hamburg muss sich in der kommenden Woche der Ukrainer Serhii K. verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem Kriegsverbrechen und das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vor. Nach Recherchen von ARD, Zeit und Süddeutscher Zeitung stützt sich die Anklage auf eine ganze Reihe von Indizien.

Besonders brisant sind demnach abgehörte Telefonate aus Italien. Dort saß Serhii K. zeitweise in Auslieferungshaft. In Gesprächen mit seiner Frau soll er gesagt haben, öffentlich müsse klargestellt werden, dass die Sprengung von Nord Stream eine offizielle militärische Operation gewesen sei. Genau diese Aussagen landeten laut Bericht in der Anklageschrift des Generalbundesanwalts.

Sechs Sprengsätze, ein gechartertes Boot

Nach Darstellung der Ermittler soll K. das Kommando eines Sabotage-Teams geführt haben. Die Gruppe soll mit der Segelyacht „Andromeda“, die in Rostock-Warnemünde für knapp 12.000 Euro gechartert worden war, zu den Tatorten gefahren sein. Laut Anklage wurden sechs Sprengsätze an drei von vier Nord-Stream-Röhren angebracht. Die Ladungen mit Zeitzündern explodierten am 26. September 2022.

  • Mutmaßlicher Einsatz einer gecharterten Segelyacht
  • Sechs Sprengsätze an drei Pipelines
  • Explosionen Ende September 2022 in der Ostsee

Fotos und Blitzer führten weiter

Die Ermittler von BKA und Bundespolizei sammelten über Jahre Spuren, die aus ihrer Sicht ein dichtes Bild ergeben. Eine wichtige Rolle spielten dem Bericht zufolge Touristenfotos aus Ostsee-Häfen und Aufnahmen von Blitzern. So kamen die Behörden den Autos auf die Spur, mit denen das Team offenbar zur Küste gebracht und später wieder abgeholt wurde. Anschließend prüften die Beamten demnach auch gespeicherte Daten von Insassen nach Grenzkontrollen in Polen.

Für die Ankläger ergibt sich daraus ein klares Muster: Serhii K., heute Energieunternehmer und früher Angehöriger einer ukrainischen Sabotage-Spezialeinheit, soll das Team angeführt haben. Ob die Indizien auch für eine Verurteilung reichen, wird nun das Gericht klären müssen.

Quelle: Tagesschau