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Politik5. September 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Neue Drohnen setzen Kiew zu

Russland verstärkt seine Angriffe auf die Ukraine aus der Luft. Vor allem neue Jetdrohnen bringen die Luftabwehr rund um Kiew unter Druck, wo seit Ende August zahlreiche Menschen getötet und verletzt wurden.

Neue Drohnen setzen Kiew zu

Foto: Francisco Anzola / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verlagert sich immer stärker in die Luft. Während es an der Front laut ORF kaum größere Geländegewinne gibt, nimmt Russland vor allem den Großraum Kiew verstärkt ins Visier. In der Nacht auf Samstag gab es erneut Luftalarm und Berichte über Explosionen. Seit Ende August steht die Hauptstadt unter schweren, anhaltenden Angriffen.

Besonders drastisch sind die Folgen für die Zivilbevölkerung: Nach ukrainischen Angaben wurden zwischen 27. August und 3. September mindestens 51 Menschen in der Region Kiew getötet, fast 100 weitere verletzt. Ärzte ohne Grenzen berichtete zudem von Treffern auf Wohnhäuser, medizinische Einrichtungen sowie Lager für Medikamente, Lebensmittel und andere Güter. Auch die Vereinten Nationen sehen eine deutliche Eskalation: Der Juli war demnach mit fast 500 getöteten Zivilisten der tödlichste Monat seit März 2022.

Jetdrohnen als neues Problem

Neu ist vor allem die Art der eingesetzten Fluggeräte. Russland nutzt neben Raketen inzwischen verstärkt jetgetriebene Drohnen, die für die ukrainische Luftabwehr deutlich schwerer abzufangen sind. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte hat sich ihr Einsatz im Juli 2026 im Vergleich zum Vormonat verfünffacht. Zuvor kamen vor allem langsamere, propellergetriebene Geran-2-Drohnen zum Einsatz, die wegen ihrer Flugweise häufiger abgeschossen werden konnten.

  • Jetdrohnen fliegen schneller als ältere Modelle
  • Sie können schwerere Sprengladungen tragen
  • Sie erreichen größere Höhen und Distanzen

Nach Berichten, auf die sich ORF bezieht, soll Russland monatlich rund 3.000 Jetdrohnen der Typen Geran-4 und Geran-5 produzieren. Diese Modelle erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h und verkürzen damit die Reaktionszeit der Verteidiger massiv. Gleichzeitig hat Russland den Einsatz der älteren Geran-2-Drohnen deutlich reduziert.

Auch Energieanlagen im Fokus

Für die Ukraine wächst damit nicht nur der Druck auf die Luftabwehr, sondern auch die Sorge um die kritische Infrastruktur. Gerade mit Blick auf den nahenden Winter rückt laut ORF die ukrainische Energieversorgung wieder stärker ins Fadenkreuz des Kremls. Der nahezu dauerhafte Luftalarm in Kiew zeigt, wie sehr der Alltag inzwischen von der Bedrohung aus der Luft bestimmt wird.

Quelle: ORF