Neue Angriffe im Jemen
Im Jemen eskaliert der Konflikt erneut: Regierungstruppen meldeten Angriffe auf Ziele der Huthi-Miliz in Sanaa, Saada und Tais. Zuvor hatten die Huthi erneut eine saudische Aramco-Anlage mit Raketen und Drohnen attackiert.

Foto: المصور أنس الحاج / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Im Jemen spitzt sich die Lage weiter zu. Nach Angaben des Militärs haben Regierungstruppen Ziele der Huthi-Miliz in mehreren Teilen des Landes attackiert. Betroffen gewesen sein sollen unter anderem die Hauptstadt Sanaa, die nordwestliche Provinz Saada sowie Tais im Südwesten.
Ein Militärsprecher erklärte, die Angriffe hätten sich gegen Stellungen der pro-iranischen Gruppe im ganzen Land gerichtet. Besonders brisant: Sanaa wird von den Huthi kontrolliert, Saada gilt zudem als eine ihrer wichtigsten Hochburgen. Berichte über mögliche Opfer wurden in dem Zusammenhang zunächst nicht genannt.
Ölanlage in Saudi-Arabien attackiert
Kurz vor den Angriffen im Jemen hatten die Huthi nach eigenen Angaben eine Anlage des saudischen Ölkonzerns Aramco in Riad ins Visier genommen. Laut AFP kam es dort zu einem Brand. Die Miliz sprach von einem Einsatz mit ballistischen Raketen und Drohnen. Eine offizielle Stellungnahme aus Saudi-Arabien zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.
Es war nicht der erste Angriff dieser Art. Bereits in den vergangenen Monaten hatten die Huthi saudi-arabische Ölanlagen mehrfach attackiert. Dazu zählen:
- ein Angriff im September auf Janbu, das wichtigste Ölterminal des Landes
- eine weitere Attacke im August auf Anlagen im Süden Saudi-Arabiens
Konflikt gewinnt weiter an Schärfe
Die gegenseitigen Angriffe nehmen damit sichtbar zu. Die Huthi warfen der saudischen Armee zuvor vor, 26 Luftangriffe auf Sanaa geflogen zu haben. Ein AFP-Korrespondent berichtete von mindestens fünf Explosionen in verschiedenen Stadtteilen, ein weiterer beobachtete zwei Kampfflugzeuge beim Abfeuern von Raketen.
Seit Juli ist der Konflikt zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien erneut aufgeflammt. Saudi-Arabien unterstützt im Jemen die Regierungstruppen im Kampf gegen die pro-iranische Miliz. Damit hat sich der Krieg in der Region weiter ausgeweitet und eine zusätzliche Front gebildet.
Quelle: Tagesschau