Neue Angriffe im Jemen-Krieg
Nach Angriffen auf Flughäfen in Saudi-Arabien hat die Militärkoalition um Riad nach eigenen Angaben 82 Huthi-Ziele im Jemen bombardiert. Die Lage spitzt sich weiter zu, mehr als 200.000 Menschen sind laut UN auf der Flucht.

Die gegenseitigen Angriffe zwischen Saudi-Arabien und der jemenitischen Huthi-Miliz gehen unvermindert weiter. Nachdem die Huthi für Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht wurden, meldete Riad nun einen großangelegten Gegenschlag im Jemen. Nach Angaben des von Saudi-Arabien geführten Militärbündnisses wurden dabei 82 militärische Ziele in mehreren Provinzen zerstört.
Betroffen gewesen seien demnach Orte in Saada, Marib, Al-Dschauf und Al-Hudaida. Laut Koalition gehörten dazu Raketenstellungen, Kommandozentralen sowie Waffen- und Raketenlager. Unabhängig bestätigen lassen sich diese Angaben derzeit nicht. Gerade im Jemen-Krieg bleiben Berichte über militärische Erfolge häufig umstritten oder schwer überprüfbar.
Angriffe auf Flughäfen mit Toten und Verletzten
Zuvor hatte Saudi-Arabien erklärt, bei Angriffen auf die Flughäfen in Riad und Abha seien drei Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Getroffen worden seien die Anlagen am Dienstag und Mittwoch in zwei getrennten Attacken. Unter den Toten seien ein Sudanese am Flughafen König Chalid in Riad sowie ein Ägypter und ein Algerier in Abha.
- Ziel der Angriffe waren Flughäfen in Riad und Abha
- Saudi-Arabien spricht von Opfern unter Zivilisten
- Die Huthi reklamierten die Attacken für sich
Die Huthi meldeten anschließend sogar einen weiteren Angriff auf den wichtigsten internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt. Ein Sprecher der Miliz erklärte auf X, Riad sei erfolgreich mit einer ballistischen Rakete attackiert worden. Zudem wurden Explosionen in der Hauptstadt gemeldet.
Mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht
Der Konflikt zwischen der von Iran unterstützten Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien gestützten Regierung dauert seit Jahren an. In den vergangenen Wochen hat sich die Gewalt erneut verschärft. Regierungstruppen hatten erst am Sonntag eine Offensive begonnen, um nach eigenen Angaben alle von den Huthi kontrollierten Gebiete zurückzuerobern. Nach UN-Angaben sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen im Jemen auf der Flucht. Die Internationale Organisation für Migration bezeichnet die Entwicklung als alarmierend.
Quelle: Tagesschau