Neue Angriffe auf Kiews Brücken
Russland hat erneut eine Brücke in Kiew angegriffen. Nach Schäden an drei von sechs Straßenbrücken wurde nun auch die Nordbrücke getroffen, der Verkehr steht still.

Foto: Київська міська державна адміністрація Київська міська рада / Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Die russische Armee setzt ihre Angriffe auf die Verkehrsinfrastruktur in Kiew fort. Am Samstag wurde nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko die Nordbrücke über den Dnipro beschossen. Dabei seien die Fahrbahn und Leitungen für Oberleitungsbusse beschädigt worden. Der Verkehr auf der Brücke wurde daraufhin gestoppt.
Für die ukrainische Hauptstadt bedeutet das bereits den dritten Tag in Folge mit Staus. Tote oder Verletzte wurden nach den vorliegenden Angaben nicht gemeldet. In sozialen Netzwerken kursieren zwar Videos, die den Einschlag während der Fahrt von Autos auf der Brücke zeigen sollen, eine Bestätigung für die Aufnahmen gibt es bislang aber nicht.
Brücken in Kiew erneut im Visier
Schon am Vortag waren bei russischen Angriffen drei der sechs Straßenbrücken über den Dnipro in Kiew ganz oder teilweise unpassierbar geworden. Das russische Verteidigungsministerium begründete den neuen Angriff damit, dass die Brücke für Truppenbewegungen und den Transport militärischer Güter genutzt werde.
- Betroffen: Nordbrücke in Kiew
- Schäden: Fahrbahnoberfläche und Oberleitungsleitungen
- Folge: Verkehr eingestellt, erneut Staus in der Stadt
Auch andere Ziele getroffen
Neben den Brücken meldeten die Behörden weitere Angriffe auf Wohnhäuser, Lager eines Supermarkts, Tankstellen und Rechenzentren. Die ukrainische Luftwaffe erklärte zudem, Russland habe in der Nacht Marschflugkörper des Typs Banderol auf die Region Odessa abgefeuert. Nach ukrainischer Darstellung sollte damit die Flugabwehr überlastet werden.
Auch das Nachbarland Moldau war betroffen. Präsidentin Mia Sandu erklärte, fünf russische Geschosse, darunter Banderol-Marschflugkörper und Drohnen, seien in den moldauischen Luftraum eingedrungen und auf moldauischem Gebiet explodiert. Umgekehrt meldete Russland Schäden durch ukrainische Drohnen in der Stadt Kaluga. Dort seien mehrere Wohnhäuser beschädigt und mehrere Menschen verletzt worden.
Quelle: Tagesschau