Neue Angriffe auf Kiews Brücken
Russland hat erneut eine Straßenbrücke in Kiew angegriffen. Auch aus Charkiw und der Region Odessa werden Tote und Verletzte gemeldet, während Moldau den Einschlag russischer Geschosse auf eigenem Gebiet meldet.

Foto: giggel / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Die russische Armee hat ihre Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt fortgesetzt und erneut eine Brücke über den Dnipro ins Visier genommen. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko wurde diesmal die Nordbrücke beschädigt. Betroffen waren demnach die Fahrbahn sowie Leitungen für Oberleitungsbusse, der Verkehr wurde gestoppt. Für die Einwohner bedeutet das bereits den dritten Tag in Folge erhebliche Staus.
Brücken in Kiew weiter unter Beschuss
Schon am Vortag waren laut Behörden drei der sechs Straßenbrücken über den Dnipro ganz oder teilweise nicht mehr passierbar. Das russische Verteidigungsministerium begründete den jüngsten Angriff damit, dass die Brücke den Transport von Truppen und militärischem Material erleichtere. Gleichzeitig warnte das russische Außenministerium erneut ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew.
Auch in anderen Teilen der Ukraine gingen die Angriffe weiter. In Charkiw und der Umgebung wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleh Synjehubow fünf Menschen getötet, mehr als 40 weitere seien verletzt worden. Aus Isjum wurden ebenfalls Verletzte gemeldet. Beschädigt worden seien dort unter anderem ein Industrielager und mehrere Wohnhäuser.
Tote auch in Odessa und im besetzten Luhansk
In der Region Odessa soll laut ukrainischer Seehafenbehörde zudem ein ziviles Frachtschiff unter liberianischer Flagge getroffen worden sein. Dabei kam demnach ein Seemann ums Leben, drei weitere Menschen wurden verletzt. Aus dem von Russland besetzten Gebiet Luhansk meldeten die dortigen von Moskau eingesetzten Behörden wiederum zwei Tote nach ukrainischen Angriffen. Auch aus der russischen Stadt Kaluga wurden beschädigte Wohnhäuser und Verletzte nach Drohnenangriffen gemeldet.
- Kiew: Nordbrücke beschädigt, Verkehr eingestellt
- Charkiw und Umgebung: fünf Tote, mehr als 40 Verletzte
- Odessa: ein Toter auf zivilem Frachtschiff
- Moldau: russische Geschosse dringen in den Luftraum ein und explodieren auf Staatsgebiet
Für zusätzliche Brisanz sorgt die Lage in Moldau. Präsidentin Mia Sandu erklärte, dass fünf russische Geschosse, darunter Marschflugkörper des Typs Banderol und Drohnen, in den moldauischen Luftraum eingedrungen seien und auf dem Territorium des Landes detoniert hätten.
Quelle: Tagesschau